Jenseits moderner Frauenpolitik

20. September 2004, 20:56
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SP-Bures klagt Auswirkungen der "Scheinharmonisierung" an

Wien - Auf die frauenpolitischen Auswirkungen der "Scheinharmonisierung" der Pensionen und der Pensionsreform 2003 wies heute erneut SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures hin. Frauen gehörten zu den großen Verliererinnen der Reform, vor allem durch den hohen Anteil an Teilzeitarbeit. Gleichzeitig setze die Regierung keinerlei Maßnahmen, um Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern. Kritik übte Bures an den ÖVP- und FPÖ-Politikerinnen in Regierung und Parlament, die zu den Verschlechterungen für Frauen durch die Pensionsreform schweigen.

Einkommenseinbußen

Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männer gehe weiter auseinander, durch den kürzeren Kündigungsschutz beim Kindergeld seien rund 100.000 Frauen arbeitslos, und auch bei der Pensionsreform seien Frauen die großen Verliererinnen, nannte Bures Beispiele. Nach Rechenbeispielen der Arbeiterkammer würde etwa eine 33jährige Akademikerin mit einem Kind, die mit 62 in Pension gehen will und zwei Jahre Teilzeit gearbeitet hat, über 200 Euro Pensionsverlust pro Monat haben. Auch eine Angestellte mit 43 Versicherungsjahren und zwei Kindern komme auf fast 250 Euro monatlichen Verlust, zitierte Bures aus den AK-Berechnungen.

Fehlende Betreuungsplätze

Gleichzeitig setze die Regierung keinerlei Maßnahmen, um Frauen nach der "Babypause" in Beschäftigung zu halten oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Dies zeigten die Diskussionen um Kinderbetreuungseinrichtungen - selbst laut Statistik Austria fehlen 48.000 Plätze - und um ganztägige Schulformen.

"Offensichtlich wollen ÖVP und FPÖ in der Frauenpolitik das Rad der Zeit zurückdrehen, bei der Fristenregelung die ÖVP wohl um mindestens 30 Jahre", so Bures. "Offensichtlich haben sich die ÖVP und die FPÖ-Frauen in Regierung und Parlament längst von der Frauenpolitik verabschiedet", so Bures abschließend. (red)

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