Wien ist für Air Berlin eine sehr profitable Strecke

8. September 2004, 13:47
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Im ersten Halbjahr stieg das Passagieraufkommen um 109 Prozent

Wien ist für Air Berlin zur zweitwichtigsten Destination nach Mallorca geworden. Im Vorjahr lag die österreichische Hauptstadt noch auf Rang fünf hinter Mallorca, London, Malaga und Alicante.

Im ersten Halbjahr ist das Passagieraufkommen von und nach Wien um 109 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. "Wien ist eine sehr profitable Strecke", so Air-Berlin-Chef Joachim Hunold, im STANDARD-Interview. "Seit Ostern liegen wir weit über der Auslastung des Vorjahres. Wir haben aber auch die Frequenz deutlich erhöht."

Inzwischen wird Wien von Berlin, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, Hamburg, München und Münster angeflogen. Was die Zuwächse im Detail bedeuten, zeigt sich auf der Strecke Wien-Berlin: In den ersten sechs Monaten des Vorjahres gab es 186.000 Passagiere, heuer im gleichen Zeitraum 330.00. Das Passagieraufkommen zwischen Wien und den deutschen Destinationen betrug im Vorjahr insgesamt 439.000 Personen.

Städtetourismus

Worauf diese Steigerung zurückzuführen sei? "Wien ist unheimlich attraktiv für den Städtetourismus. Wien hat aber auch ein großes Einzugsgebiet." Die zu Jahresbeginn eingegangene Kooperation mit Niki, der Airline von Niki Lauda, sei "aus dem Stand erfolgreich" gewesen, so Hunold.

Sehr kurzfristig seien auch die Shuttle-Verbindungen mit Niki aufgebaut worden: Zweimal täglich wird Zürich, einmal Rom, einmal Warschau angeflogen. "Das war ursprünglich nicht geplant. Wir konnten aber am Markt noch ein Flugzeug bekommen. Es ist immer besser, so etwas im Sommer anzufangen."

Zubringerflüge

Auch bei den Zubringerflügen durch Niki gebe es hohe Zuwachsraten. So seien im ersten Halbjahr zwischen Wien und Mallorca 36.920 Passagiere befördert worden. Eine Aufstockung des Anteils bei Niki, an der Air Berlin 24 Prozent hält, ist aber vorerst nicht geplant: "Es ist nicht daran gedacht, dass wir über die 24 Prozent gehen. Man kann aber nicht sagen, was das in Zukunft einmal wird."

Niki sei in Österreich sehr erfolgreich, "was auch unser Gesamtangebot auf einen Schlag wesentlich verbessert hat". Das persönliche Verhältnis zwischen ihm und Lauda sei "immer besser geworden", so Hunold. Vom ersten Kennenlernen bis zum Aufscheinen im Flugplan von Niki bei Air Berlin seien drei Wochen vergangen. "Das muss uns erst einer nachmachen." Wien soll nun zu einer Drehscheibe für Osteuropa werden.

Streckenausbau

"Wir haben mit Warschau angefangen. Es werden mit Sicherheit noch Verbindungen dazukommen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass wir das im nächsten Sommer weiter ausbauen." Der Wiener Flughafen könne auch Potenzial aus dem Osten abziehen.

London sei aber bereits für den nächsten Winter als weitere Strecke fixiert worden. Welche Strecken noch ab Wien angeflogen werden sollen, da gibt sich Hunold aber zugeknöpft: "Wir schauen uns im Moment weitere Strecken an. Die EU-Osterweiterung ist für uns durchaus interessant. Ich will auch nicht ausschließen, dass Russland ein sehr interessanter Markt ist."

Es gebe noch einige Strecken, die Sinn machen würden, so Hunold: "Prag wird mit Sicherheit mittelfristig in unseren Überlegungen eine Rolle spielen. Nicht nur für Air Berlin - ich könnte mir das auch für Niki vorstellen."

An eine Abwanderung von Wien etwa nach Bratislava, wo die Flughafengebühren niedriger sind, denkt Hunold nicht. Air Berlin verfolge einen touristischen Ansatz, wolle aber auch Geschäftskunden. "Da muss ich schon die Hauptstädte nehmen, wenn ich beides frequentieren will." (DER STANDARD Printausgabe, 03.08.2004)

Alexandra Föderl-Schmid aus Berlin

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