General Motors will Stellen in Europa abbauen

19. September 2004, 19:12
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Vor allem in Verwaltung soll Personal eingespart werden - Anzahl noch offen

Rüsselsheim - Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) will von den insgesamt 60.000 Arbeitsplätzen in Europa eine noch nicht genauer bekannte Anzahl abbauen. "Es ist ganz klar: Wir haben europaweit viel zu viele Gehaltsempfänger", sagte GM-Vizepräsident Bob Lutz der Zeitschrift "Auto Motor und Sport" (Mittwochausgabe).

Wie viele Arbeitsplätze gestrichen werden, wollte Lutz nicht beziffern. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, soll dies vor allem die Verwaltung treffen. Opel beschäftigt hier zu Lande mit 32.000 Mitarbeitern in Deutschland knapp die Hälfte der gesamten GM-Belegschaft in Europa.

GM baut derzeit sein Europageschäft radikal um. Nach Jahren hoher Verluste sollen Entwicklung, Produktion, Einkauf und Vertrieb zentral aus der Europazentrale in Zürich gesteuert werden. Davon erhofft sich der Konzern Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Keine Beschäftigungsgarantie

GM-Europa-Präsident Carl-Peter Forster hatte vor zwei Wochen erklärt, Kündigungen seien nicht mehr auszuschließen, man könne keine Beschäftigungsgarantie mehr geben. Die schwedische GM-Tochter Saab will nach Medienberichten einige hundert der insgesamt 6.300 Stellen abbauen.

"Opel kann nicht schwarze Zahlen schreiben, bevor nicht das Problem auf europäischer Ebene gelöst ist", sagte Lutz. Der GM-Vize sieht die Zukunft der Marke Opel darin, "Autos mit erstaunlichem Gegenwert zu bauen, Autos mit viel Fahrfreude, hoher Funktionalität und hervorragendem Design."

Man könne die Marke nicht zu einer Premiummarke machen. "Opel darf nicht versuchen, wie Mercedes oder BMW zu sein." Der Standort Rüsselsheim habe besondere Bedeutung für GM, weil dort neuerdings die Entwicklung sämtlicher Mittelklassewagen angesiedelt sei. (APA/dpa)

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