Rendezvous mit Wolken & Himmel

    31. Juli 2004, 14:42
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    Schön, aber anstrengend: Eine Tour über die Kuppen des Nockgebirges als Wandertipp

    Eine Wanderung über die Kuppen und Gipfel des Nockgebietes gleicht einem Rendezvous mit dem Himmel und den Wolken. Von den freien Flächen und Kämmen streicht der Blick in alle Richtungen bis zum Horizont, und in der Runde erspäht man einen Teil der Niederen Tauern, den östlichen Teil der Hohen Tauern, Karawanken und Julischen Alpen.

    Zu dieser Traumsicht gesellt sich eine fantastische Blumenwelt und die von weiten Almen und Matten geprägte Landschaft mit ihren kleinen Gewässern und romantischen Wasserläufen. Der Talschluss mit Torer- und Gurksee, den Quellen der Gurk, steht wegen seiner seltenen Flora unter Naturschutz. Ihn passiert man am Rande, wenn man vom Hochrindl zum Großen Speikkofel aufsteigt und über den langen Kamm zum Lattersteig wandert.

    Es ist dies eine wunderschöne, aber anstrengende Tour, obwohl man bereits in großer Höhe beginnt. Es gilt beträchtliche Entfernungen zu bewältigen, auch die Höhenunterschiede summieren sich durch das ständige Bergauf und Bergab. Auch braucht man für diese Bergwanderung gutes Wetter, da sich die Runde kaum abkürzen lässt und weite Strecken auf einem Kamm zu absolvieren sind, wo man einem Gewitter kaum ausweichen kann. Zudem zahlt sich ein früher Aufbruch aus, damit man in der Hitze des Mittags schon im Abstieg ist. Es empfiehlt sich, die Runde im Uhrzeigersinn zu durchwandern, dann hat man am Schluss keine Gegensteigung; zudem verkehrt in der Saison zwischen Hochrindl und Weißem Kreuz ein Bus, der die Gehzeit um fast anderthalb Stunden verkürzt. Sonst kann man auch einen Taxibus ordern.

    Die Route: Vom Parkplatz in Hochrindl geht es auf der roten Markierung gemütlich bergab ins Tal der jungen Gurk, dann steigt man über eine Reihe prächtiger Almen in den Sattel zwischen Kleinem und Großem Speikkofel an. Dort hält man sich rechts und gelangt auf den Gipfel des Großen Speikkofel. Gehzeit drei Stunden. Dann folgt die Überschreitung zum Torer, zur Brett- und zur Lattersteighöhe, wobei man immer über der 2000-m-Marke bleibt. Gehzeit ab Großem Speikkofel 1¼ Stunden. Nun beginnt ein gemütlicher, fast beschaulicher, aber langer Abstieg über den Lattersteig zum Weißen Kreuz und zurück zum Ausgangspunkt Hochrindl. Gehzeit ab Lattersteighöhe rund 3 Stunden. (Der Standard, Printausgabe 31.7./1.8.2004)

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 7¼ Stunden, Höhenunterschied fast 900 m. Keine Schutzhütte auf der Runde. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 184 (Ebene Reichenau)
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