Mittelfristig heiteres Chartbild beim Nikkei 225

1. September 2004, 11:42

Nach purzelnden Kursen herrschen jetzt stabilisierende Verhältnisse

In unserer letzten Analyse sind wir davon ausgegangen, dass es am japanischen Aktienmarkt zu sinkenden Kursen kommen wird, und haben deshalb einerseits zu einem Stop-Loss bei 11600 Indexpunkten als auch zu einem erneuten Wiedereinstieg bei 11000 Punkten geraten. Ganz unseren Prognosen entsprechend hat sich der Nikkei 225 dann auch entwickelt. Mit dem Einstieg bei 11000 Punkten konnten wiederum Gewinne von knapp neun Prozent erzielt werden. Welche Entwicklung dürfen wir beim Nikkei 225 nun in den folgenden Wochen erwarten?

Wichtige Unterstützungen haben gehalten

Nachdem der Nikkei Ende April zu einem totalen Ausverkauf angesetzt hat, im Zuge dessen die Kurse innerhalb von nur zwölf Börsetagen um ganze dreizehn Prozent gesunken sind, konnte der Nikkei bei knapp 10500 Punkten einen Boden finden. Von dort aus tastete sich der Index bis Ende Juni wieder an die Marke von 12000 Punkten heran. Seit Anfang Juli waren dann erneut sinkende Kurse bis zu einem Wert von knapp 11000 Punkten zu verzeichnen. Jetzt scheint sich die Lage beim Nikkei wieder aufzuhellen. Die Bullen schafften es in den vergangenen Tagen, den Index über der psychologisch wichtigen Marke von 11000 Indexpunkten zu halten. Des Weiteren notieren die Kurse wieder über jener Unterstützung bei 11200 Punkten, welche sich schon im Oktober des Vorjahres herausgebildet hat und bislang mehrere Male bestätigt wurde. Das Chartbild zeigt, dass sich durch die Verbindung des Tiefs von Ende November mit dem Tief im Mai eine Aufwärtstrendlinie gebildet hat, welche für die kommenden Wochen bei 11000 Indexpunkten (Tendenz steigend) eine wichtige und schwerwiegende Unterstützung abgeben wird. Soweit stehen einem Kursrückgang starke Unterstützungen entgegen.

Nächster Widerstand bei 11650 Punkten

Bei steigenden Kursen ist ein Widerstand in der Zone um 11650 Punkte zu erwarten, welcher sich im März etabliert hat. Einen weiteren Widerstand bildet die Abwärtstrendlinie, welche durch die Verbindung der beiden Hochs von Ende April und Ende Juni dieses Jahres entstand. Durch die beiden Trendlinien hat sich eine Dreiecksformation herausgebildet, innerhalb welcher sich die Kurse in den nächsten Wochen voraussichtlich bewegen werden. Ein Überschreiten der oberen Trendlinie gibt den Bullen wieder Platz bis vorerst 12000 Punkte, um danach bis zum Jahreshoch von 12195 Indexpunkten vorzustossen. Sollten die Kurse unter die untere Trendlinie purzeln, gibt es vorerst eine Unterstützung bei 10500 Punkten und danach wieder bei 10300 Indexpunkten, welche diese Kursrückgänge auffangen können.

Markttechnik lässt steigende Kurse erwarten

Der Blick auf die Indikatoren zeigt uns eine schöne bullische Verfassung des Marktes: Die Stochastik ist gerade dabei, den überverkauften Bereich nach oben zu verlassen und generiert mit Überschreiten der 20-er Marke ein Kaufsignal. In den nächsten Tagen sind daher tendenziell wieder steigende Kurse zu erwarten. Der MACD ist zwar noch short, jedoch gibt es erste Anzeichen dafür, dass der Indikator drehen und in den nächsten Tagen auch ein Kaufsignal generieren wird.

Strategie

Solange die Notierungen beim Nikkei 225 nicht unter die Marke von 11000 Punkten fallen, darf von einem durchaus positiven Szenario ausgegangen werden. Sollte es noch einmal zu geringfügigen Rückschlägen in diese Richtung kommen, ist ein neuer Long-Trade durchaus überlegenswert. Als oberes Tradingziel kann man die 12000-Punkte-Marke anvisieren, wobei jedoch auf die obere Begrenzungslinie des Dreiecks zu achten ist. Ein vernünftiges Stop-Loss wäre in der Nähe der Marke von 10800 Punkten möglich, um sich gegen fallende Kurse abzusichern. Mittelfristig zahlt es sich jedenfalls aus, investiert zu bleiben.

(Christian Kroboth und Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations-Service Chartanalyst

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