Der DAX hat eine neue Trade-Long-Runde eingeläutet

1. September 2004, 11:42

Kurzfristig sollten die Bullen im Kampf noch die Oberhand behalten

Man möchte meinen, am deutschen Markt hat sich zuletzt wenig getan: Zwischen 3898.84 Punkten, dem Stand des DAX zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der letzten Analyse am 15. Juli, und 3895.61 Zählern, dem aktuellen Indexstand am 30. Juli, liegen nämlich rein rechnerisch nur 3.23 Punkte. Für die Leser von Chartanalyst hingegen liegen immerhin 135 Performance-Punkte dazwischen, denn durch die präzise prognostizierte Umkehr bei 3750 Punkten konnte man beim DAX quasi zum Tiefstkurs einsteigen. Es zeigt sich daher wieder einmal, dass man durch das Ausnutzen günstiger Ein- und Ausstiegsniveaus auch in Seitwärtsphasen gutes Geld verdienen kann.

DAX aus Seitwärtsphase noch nicht befreit

Vom Gesamtbild her hat sich beim DAX wenig geändert, der Index ist nach wie vor in der Seitwärtsphase zwischen 3700 und 4175 Punkten gefangen. Innerhalb dieser Bewegung scheint sich nun allerdings ein Dreieck herauszubilden. Der Spielraum wird dabei für den Index zunehmend enger und es ist innerhalb der Formation mit ansteigenden Tiefs und absteigenden Hochs zu rechen. Dies erschwert natürlich das kurzfristige Traden. Die gute Nachricht andererseits ist, dass im Fall eines Ausbruchs aus dieser in der Regel trendbestätigenden Formation ein Potenzial von bis zu 400 Punkten freigegeben würde. Ein bullishes Szenario kann frühestens dann eintreten, wenn die diesbezügliche Begrenzungslinie, welche aktuell bei 4077 Punkten liegt, überwunden wird.

Weiterhin auf kurzfristiges Trading setzen

Wirkliche Bewegungsfreiheit würde der DAX allerdings erst mit einem Anstieg über das Jahreshoch bei 4175 Punkten gewinnen, denn bis dorthin besteht noch eine nicht zu unterschätzende Umkehrgefahr. Vorläufig sollte man sich daher eher auf das kurzfristige Trading beschränken und versuchen das Beste aus der Situation herauszuschlagen. Hierbei ist zunächst das Augenmerk auf eine leicht abfallende Linie bei cirka 3900 Punkten zu legen, welche dem DAX in den kommenden Tagen Schwierigkeiten bereiten könnte. Folgt der Index dem bisherigen Muster, so ist zu erwarten, dass diese letztlich überwunden wird. Nach unten hin hat der DAX an der unteren Begrenzungslinie des Dreiecks im Bereich von 3760 Punkten eine gute Rückendeckung. Solange die Unterstützung bei 3700 Punkten nicht gebrochen wird, muss man sich um die Seitwärtsbewegung und auch um das Gesamtbild des DAX keine Sorgen machen.

Indikatorenset lässt Erholung erwarten

Markttechnisch gesehen ist kurzfristig noch weiteres Aufwärtspotenzial gegeben. Die Stochastik hat ein Kaufsignal generiert und ist noch nicht in den überkauften Bereich vorgedrungen. Der MACD hat vor kurzem ebenfalls wieder auf long gedreht. Aus heutiger Sicht lassen die Bollinger Bands zunächst einen Anstieg bis cirka 4000 Punkte zu. Das Directional Movement System ist zwar short, allerdings liefert dieser Indikator aufgrund seiner Trägheit in der aktuellen Situation keine brauchbaren Signale.

Strategie

Beim DAX sollte man sich gemäss unserer Empfehlung bereits seit einigen Tagen in einer Long-Tradingpostition befinden. Um sich vor Rückschlägen, welche in Zusammenhang mit dem aktuellen Widerstand bei 3900 auftreten können, zu schützen, ist es überlegenswert, den Stop etwas heranzuziehen. Auch im Bereich der Zielzone bei 4077 ist eine kluge Stop-Loss-Politik gefragt, um einerseits die bis dorthin erzielte Performance abzusichern und andererseits einen möglichen - aus heutiger Sicht dennoch eher unwahrscheinlichen - Ausbruch nach oben nicht zu verpassen.

(Barbara Mayerhofer und Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations-Service Chartanalyst

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