Je billiger das Ticket, desto weniger Meilen

8. September 2004, 13:47
4 Postings

Beim Vielfliegerprogramm Miles & More orientiert sich die Höhe der Meilengutschrift ab sofort am Ticketpreis

Wien - Das Vielfliegerprogramm Miles & More der Star Alliance, dem auch die AUA angehört, hat mit 1. August die Meilengutschriften umgestellt. Ab nun gilt: Je billiger das Ticket, desto weniger Meilen gibt es. Isabella Reichl, bei der AUA für das Vielfliegerprogramm Miles & More verantwortlich, begründet die Änderungen damit, dass die Meilengutschriften seit der Gründung des Programms vor elf Jahren nie verändert wurden; die Ticketpreise aber immer billiger wurden. Mit der nunmehrigen Anpassung sei die Relation zwischen Ticketpreis und Meilengutschrift wieder hergestellt. In Österreich hat Miles & More 336.000 Teilnehmer.

In der Businessclass gibt die AUA für Inlandsflüge nun 1500 Meilen (bisher 2000) und für grenzüberschreitende Flüge unverändert 2000 Meilen. In der Economy Class variieren die Meilengutschriften nun zwischen 125 Meilen ("Redticket") und 1250 Meilen für ein Vollpreisticket, das jederzeit umgebucht werden kann. Bisher gab es Minimum 500 Meilen (Inland) und maximal 1000 Meilen (Europa).

Buchungsklasse entscheidet

Wie beim Sammeln von Meilen richten sich nun auch die Upgrades nach der Buchungsklasse. Aus den beiden flexibelsten Buchungsklassen in der Economy Class (ausgenommen: Redtickets) bleiben Upgrades in die Business Class unverändert. Für alle anderen Upgrades sind nun mehr Meilen notwendig. Aus den besonders günstigen Angeboten der Economyclass (Redticket) kann man sich nicht upgraden lassen.

Wer kurzfristig (zwischen 14 Tage und vier Tage vor Abflug) seine Meilen abfliegen will, braucht dafür weniger Meilen als bisher: Für ein Europa-Ticket sind es nun 15.000 Meilen, statt bisher 20.000 Meilen. Für Nordamerika brauchen Kurzentschlossene statt bisher 60.000 nur mehr 50.000 Meilen. Bei Onlinebuchungen können weiters bis zu 3000 Meilen gespart werden.

Schneller als bisher erreicht man nun auch den Status des "Frequent Traveller", den es bereits ab jährlich 35.000 Meilen gibt, statt bisher erst ab 50.000 Meilen. Für die oberste Klasse des "Senator" reichen ab sofort 100.000 Meilen jährlich; bisher waren 150.000 notwendig. In dieser Kategorie erhalten die Vielflieger höhere Meilen und zusätzliche Annehmlichkeiten wie exklusivere Lounges am Flughafen.

In der Praxis werden allerdings nur die wenigsten Meilen tatsächlich konsumiert. Laut Reichl werden bei der AUA wie auch bei anderen Airlines nur ein Drittel bis die Hälfte der ausgegebenen Meilen tatsächlich verbraucht. Die Kunden sammeln sie für später oder was öfter vorkommt, die Vielflieger fliegen beruflich so oft, sammeln immer mehr Meilen und haben kaum Zeit diese wieder auszugeben, argumentiert Reichl.

Prämienkatalog

Die AUA bietet daher zweimal jährlich einen 181 Seiten dicken Prämienkatalog mit diversen Produkten an, damit die Kunden die Meilen "anderwärtig ausgeben können". Gekauft werden kann dort eigentlich alles, von Gartenmöbeln über Tiefkühlschränke oder Bang-&-Olufsen-Fernseher.

Das soll helfen, die ohnehin teuren Rückstellung in der Bilanz für die nicht geflogenen Bonusmeilen zu reduzieren. Die gesammelten Meilen können übrigens weitergegeben werden und sind in der Regel zwei Jahre gültig. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2.8.2004)

  • Infografik: Bonusmeilen bei Miles & More
    grafik: standard

    Infografik: Bonusmeilen bei Miles & More

Share if you care.