Streit zwischen Spanien und Großbritannien wegen Gibraltar

31. Juli 2004, 20:43
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Aufregung um geplante Teilnahme des britischen Verteidigungsministers an Feiern zum 300. Jahrestag der Eroberung

Madrid - Die Feierlichkeiten zum 300. Jahrestag der britischen Eroberung Gibraltars am 4. August haben erneut zu Spannungen zwischen Madrid und London geführt. Die spanische Regierung legte offiziell Protest gegen die geplante Teilnahme des britischen Verteidigungsministers Geoffrey Hoon an den Feiern in der Kronkolonie ein, wie der Rundfunk am Samstag berichtete. "Der Besuch ist eine zutiefst unfreundliche Geste", sagte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos. Er habe den britischen Botschafter ins Ministerium bestellt, um eine Protestnote zu überreichen, hieß es weiter.

Madrid hatte bereits gegen den Besuch von Prinzessin Anne in Gibraltar Ende Juni und gegen den Zwischenstopp eines britischen Atom-U-Boots im Hafen der Besitzung zwei Wochen später protestiert. Das 6,5 Quadratkilometer große Gebiet an der Südspitze der Iberischen Halbinsel ist seit der Eroberung durch die Briten am 4. August 1704 ein Zankapfel zwischen beiden Ländern. Der Jahrestag soll am Mittwoch mit einem umfangreichen Kulturprogramm gefeiert werden.

Lösungs-Konzept liegt seit zwei Jahren auf Eis

Vor zwei Jahren standen Madrid und London kurz davor, ihren Streit beizulegen. Geplant war, dass sich beide Länder die Souveränität über Gibraltar, das 30.000 Einwohner zählt, teilen. Das Vorhaben liegt aber auf Eis, seitdem sich 99 Prozent der Wähler in einem nicht anerkannten Referendum im November 2002 für den Verbleib unter britischer Herrschaft ausgesprochen haben. (APA/dpa)

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