Augustsammlung für Aids-Waisen: Kampf gegen "Virus der Zukunftslosigkeit"

30. Juli 2004, 20:23
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Der Stadt Durban gehen die Gräber auf den Friedhöfen aus - 38 Prozent der Grundschullehrer starben

Wien - In Nebenaspekten erkennt man die wahren Ausmaße leichter. "Der Stadt Durban gehen jetzt die Gräber auf den Friedhöfen aus, die Leute beerdigen ihre Toten in den Gärten, was wiederum das Grundwasser langsam vergiftet." Schwester Silke Mallmann erzählt dies ruhig, nur um auf die mannigfaltigen Auswirkungen der Aidspandemie im südlichen Afrika hinzuweisen. Ihr Hauptanliegen sind die Aidswaisen.

Kindern zuerst die Würde zurückgeben

Die junge Frau von den Mariannhiller Missionsschwestern in der südafrikanischen Hafenstadt Durban betreut derzeit 1400 Kinder, die durch den HIV-Virus ihre Eltern verloren haben. "Man muss den Kindern zuerst die Würde zurückgeben, den Virus der Zukunftslosigkeit bekämpfen", erklärt Schwester Silke am Freitag zum Auftakt der Caritas Augustsammlung in Wien, deren Motto heuer "Aids macht Waise" lautet.

"Viele Kinder sind selbst infiziert, völlig mittellos und ohne Zuhause", meint die Schwester, die versucht, die umfassenden Auswirkungen der Epidemie zu beschreiben.

Lehrermangel

Der Wirtschaft fehlen ausgebildete Arbeitskräfte, was sich auf die Produktion niederschlage, das Gesundheitssystem stehe vor dem Kollaps. "Allein in Durban starben 38 Prozent der Grundschullehrer", erzählt Schwester Silke. Frauen und Mädchen seien verstärkt von der Infektion betroffen, was auf fehlende Selbstbestimmung der Frauen und nicht zuletzt auf "unfreiwilligen Sex", wie Vergewaltigung umschrieben wird, zurückzuführen sei.

Doch die energiegeladene Frau verstrahlt Zuversicht und: "Das HIV-Virus lehrt uns, global zu denken und lokal zu handeln. Das Problem HIV/ Aids kann nur partnerschaftlich gelöst werden, in Zusammenarbeit von Regierung, Wirtschaft, UNO, NGOs und Kirchen." (plo, DER STANDARD Printausgabe 31.7.2004)

Spenden

Caritas Augustsammlung, PSK 7.700.004

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