Olympia Infernale: Arte, wir danken dir! ...

13. September 2004, 21:29
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"Woaßt des eh, du schnarchst wia a Sau." Und plötzlich ist da dieses Gefühl: genau so war's im alten Olympia

Allein der Archäologe ist begeistert: "Wenn die Grillen hinter der Palästra zirpen, könnte man wirklich glauben, man lebe in der Antike!" Die 30 jungen Athleten, die Arte zum historischen Olympiaexperiment in die antiken Anlagen lud (Helden von Olympia), sind vom Echtheitsgehalt der Doku-Soap - wohl oder übel - auch schon überzeugt.

Während sie in ihren grobleinenen Lendenschürzchen über nasse Wiesen joggen und dafür am Abend mit kaltem Wasser und einem Klumpen aus Fett und Sand statt Seife entlohnt werden, versuchen sie vergebens tapfer dreinzuschauen. "Detlev und Artur überrascht die Unannehmlichkeit ein wenig," kommentiert eine Matter-of-Fact-Stimme das Bild des Leidens. Nur keine Häme jetzt.

Aristoteles war der Ansicht, der Grad der Körperwärme spiegle den Grad der Männlichkeit. Oder, kurz gesagt: je nackter, desto viriler. Die jetztzeitigen Helden liegen frühmorgens trotzdem bibbernd unter wollenen Decken. Detlev und Artur haben keinen Spaß hier. Nur ihre bayerischen Zeltkollegen müssen sich um ihre Männlichkeit nicht sorgen. Der eine schürt beherzt das Morgenfeuer, der andere raunzt vom Feldbett: "Woaßt des eh, du schnarchst wia a Sau." Und plötzlich ist da dieses Gefühl: genau so war's im alten Olympia. Arte, wir danken dir! (mcm/DER STANDARD; Printausgabe, 31.7./1.8.2004)

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