Warnungen vor Attentaten mit chemischen Waffen

31. Juli 2004, 21:23
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Bericht der italienischen Geheimdienste: Terrorgruppen auf der Suche nach "unkonventionellen Substanzen"

Rom - Die italienischen Geheimdienste warnen vor Attentaten fundamentalistischer Terrorgruppen mit chemischen, bakteriologischen oder Kernwaffen. Wie aus einem am Freitag im Parlament veröffentlichten Bericht der italienischen Geheimdienste hervorgeht, seien die Terrorgruppen stets auf der Suche nach "unkonventionellen Substanzen" für Attentate.

Priorität

Italien sei ein prioritäres Angriffsziel für den "islamischen Fundamentalismus", wie die jüngsten im Internet veröffentlichten Drohungen gegen Rom bewiesen. Italienische Ziele seien vor allem aus Propagandagründen besonders wichtig, hieß es im Dokument der Geheimdienste. Internet sei der beliebteste Wege für das Terrornetzwerk El Kaida geworden, um "ihre Strategie zu propagieren". Das Netz habe ausschlaggebende Bedeutung für die operativen Zellen des Terrornetzwerks, hieß es.

Drohungen

Verteidigungsminister Antonio Martino forderte die Regierung Berlusconi auf, die Drohungen fundamentalistischer Gruppen nicht zu unterschätzen. "Wir müssen auf alles vorbereitet sein", meinte er. Der Minister versicherte jedoch, dass Italien weiterhin seine Pflichten erfüllen und für den Demokratisierungsprozess im Irak arbeiten werde.

Am Mittwoch hatte eine radikale Moslem-Gruppe laut einer Internet-Seite einen "blutigen Krieg" gegen Europa ausgerufen und den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zum ersten Anschlagsziel erklärt. "Wir werden dafür sorgen, dass viel Blut fließt, bis du auf den rechten Weg zurückgekehrt bist", hieß es in der Stellungnahme an die Adresse Berlusconis. "Warte auf uns, Berlusconi, und auch ihr anderen Alliierten, wartet unser Versprechen ab, das wir euch gegeben haben, und nun Europa geben." (APA)

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