Monti kritisiert Paris und Berlin: "Sie bremsen die EU"

31. Juli 2004, 16:13
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Scheidender EU-Wettbewerbskommissar: "Hindernis für Integration"

Rom - Der scheidende EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hat am Freitag Deutschland und Frankreich kritisiert und sie als "Bremsen" für die Fortsetzung einer tief greifenden Integration in Europa bezeichnet. "Zehn Jahre in Brüssel haben mich überzeugt, dass Europa liberal sein muss, um wettbewerbsfähig zu sein. Zusammenfassend hat sich die Achse Blair-Aznar sinnvoller als jene Chirac-Schröder erwiesen", meinte Monti im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" (Freitagausgabe).

"Positive Rolle"

"Ein Italien, das in Europa eine positive Rolle spielen will, muss begreifen, dass Frankreich und Deutschland, denen die Union viel verdankt, eine Bremse für die Integration darstellen", meinte Monti. Er warf insbesondere Frankreich vor, seine nationalen Unternehmen auf Kosten einer allgemeinen langfristigen wirtschaftlichen Entwicklung zu begünstigen.

Monti hatte auf eine Amtsbestätigung gehofft, doch die Regierung Berlusconi zog ihm Europaminister Rocco Buttiglione als neuen italienischen Vertreter in der neuen EU-Kommission von Jose Manuel Durao Barroso vor. Monti ist seit zehn Jahren italienischer EU-Kommissar. (APA)

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