USA: Jogurt für Babys mit tödlichem Ricin vergiftet

30. Juli 2004, 19:11
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Eltern fanden Warnung in der Packung, dass der Inhalt vergiftet sei, nachdem sie ihre Kinder gefüttert hatten

Los Angeles - Im US-Staat Kalifornien sind Spuren des tödlichen Gifts Ricin in Behältern mit Kleinkindnahrung entdeckt worden. Wie die Staatsanwaltschaft und die Bundespolizei FBI am Mittwochabend bekannt gaben, fanden Eltern in zwei Fällen einen schriftlichen Warnhinweis in den Behältern mit Bananenjogurt, dass der Inhalt vergiftet sei.

Laut Angaben des lokalen Fernsehsenders ABC7 stellte die kleine Giftmenge aber keine gesundheitliche Gefahr dar. Zwei Kleinkinder, die von ihren zunächst ahnungslosen Eltern mit dem Jogurt gefüttert wurden, seien unversehrt, gab die Polizei bekannt.

Ermittlungen

Ermittlungen wurden eingeleitet, die Beamten suchten einen 47-jährigen Mann, der aber nicht als Tatverdächtiger bezeichnet wurde. Der US-Hersteller der Babynahrung arbeite eng mit den Ermittlern zusammen, gab die Staatsanwaltschaft bekannt.

Gegen Ricin - ein äußerst giftiges Protein aus dem Samen der Rizinuspflanze - gibt es kein Gegenmittel. Wird es inhaliert, injiziert oder gegessen, kann es innerhalb von Stunden den Tod hervorrufen.

In jüngster Zeit ist das Gift in Zusammenhang mit Terroristen aufgetaucht. Erst kürzlich hatten französische Ermittler aufgrund ihrer Nachforschungen die britische Polizei gewarnt, dass Muslimextremisten größere Mengen Ricin nach Großbritannien geschafft haben könnten. (dpa, DER STANDARD Printausgabe 30.7.2004)

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