Wiege eines Mondmeteoriten lokalisiert

31. Juli 2004, 11:00
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Der in Oman gefundene Stein hatte im lunaren Lalande-Krater gelegen - erstmals Herkunft exakt bestimmt

Washington - Bei einem nur faustgroßen Mondmeteoriten aus dem Sultanat Oman konnte erstmals dessen "Wiege" von Geologen exakt lokalisiert werden. Der 206 Gramm leichte Stein lag im so genannten Lalande-Krater auf dem Erdtrabanten, berichtet ein internationales Forscherteam im US-Fachjournal "Science" .

Der Meteorit war 2002 in einer Wüste Omans drei Geologen aufgefallen. "Wir haben den Stein zuerst vom Autofenster aus gesehen und sind dann ausgestiegen, um ihn genauer in Augenschein zu nehmen. Er sah ungewöhnlich aus. Wir waren anfangs jedoch nicht sicher, ob es ein Meteorit war oder nicht", sagte Edwin Gnos von der Universität Bern. Gnos und Kollegen in Stockholm, Tuscon (US-Bundesstaat Arizona), Mainz und Milton Keyes (Großbritannien) gelang es mit chemischen Analysen, die aufregende Geschichte des Mondmeteoriten "Sayh al Uhamyir 169" nachzuvollziehen.

Gesteinsanalysen

Dabei halfen ihnen die Daten der Gesteinsproben, die die Apollo-Missionen vom Mond zurückgebracht hatten. Durch sie ist bekannt, dass der Mond je nach Ort unterschiedliche Konzentrationen von Spurenelementen wie Phosphor und radioaktiver Elemente wie Thorium und Uran hat. "Wir haben diese Informationen mit der chemischen Beschaffenheit des Steins verglichen und sind zum Schluss gekommen, dass einige seiner chemischen und das Alter bestimmenden Fingerabdrücke mit denen des Lalande-Einschlag-Kraters auf dem Mond übereinstimmen", erläuterte Gnos.

Die Mond-Region, in der der Stein lag, wurde demnach von insgesamt vier Einschlägen getroffen. Der letzte schleuderte ihn vor rund 340.000 Jahren ins All. Dort fing ihn schließlich die Schwerkraft der Erde ein, und er stürzte vor rund 10.000 Jahren in die Wüste des heutigen Oman.

Zahlen und Fakten

Gnos zufolge wurden bis heute weltweit nur etwa 30 Meteoriten vom Mond gefunden. Aus dem übrigen All landen insgesamt jedes Jahr hunderte Meteoriten auf der Erde, allein in den USA rund 200 und in der Schweiz durchschnittlich 2.

Der Mondstein erhielt seinen Namen von der Landschaft, in der er gefunden wurde. "Sayh" heiße "flache Ebene", und "Al Uhaymir" stehe für "leicht rötlich". Die Zahl ergebe sich daraus, dass "Sayh al Uhaymir 169" der 169. in Oman entdeckte Meteorit ist.(APA/dpa)

Vgl. "Science" (Bd. 305, S. 657)
  • Der Lalande-Krater
    foto: nasa

    Der Lalande-Krater

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