Extremisten drohen islamischen Staaten

30. Juli 2004, 20:08
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"Wir werden mit eiserner Faust bei den arabischen Regierungen einschlagen, die mit den Zionisten kooperieren"

Dubai - Moslem-Extremisten haben islamischen Staaten mit Anschlägen für den Fall gedroht, dass diese Truppen in den Irak entsenden. "Wir werden nicht ruhig bleiben, wenn ein arabischer oder moslemischer Staat, insbesondere Saudi-Arabien, Pakistan, Ägypten und andere, Soldaten in den Irak schickt", hieß es in einer am Donnerstag auf einer islamistischen Internetseite veröffentlichten Erklärung der Islamischen Tauhid. "Wir werden mit eiserner Faust auf alle Verräter bei den arabischen Regierungen einschlagen, die mit den Zionisten kooperieren."

Gegen Pakistan und Sauid-Arabien

Die Gruppe erklärte, ihre Drohung richte sich insbesondere gegen Pakistan und Sauid-Arabien, "die danach streben, moslemische Truppen in den Irak zu entsenden, um ihren Herren, den Juden und Christen, zu gefallen". Soldaten moslemischer Staaten wurden aufgefordert, einen Entsendungsbefehl in den Irak zu verweigern. Saudi-Arabien hat vorgeschlagen, dass moslemische Staaten ein Truppenkontingent in den Irak entsenden. Die durch einen Abzug von Soldaten mehrerer Staaten unter Druck geratenen USA hatten den Vorschlag ausdrücklich begrüßt. Am Donnerstag rief der irakische Ministerpräsident Ijad Allaui moslemische Staaten dazu auf, dem Vorschlag Saudi-Arabiens zu folgen.

Experten halten es allerdings für unwahrscheinlich, dass es zu einer großen Beteiligung moslemischer Staaten am Irak-Einsatz kommt. Sie verweisen darauf, dass viele Regierungen moslemischer Staaten bereits jetzt mit einer US-freundlichen Politik auf starken Widerstand ihrer Bevölkerung treffen. Pakistan hat erklärt, einen Einsatz zu erwägen, aber noch keine Entscheidung getroffen zu haben. Indonesien - das größte moslemische Land der Welt - erklärte am Donnerstag, es würde über einen Irak-Einsatz nur nachdenken, wenn es sich um eine UN-Friedenstruppe handele. (Reuters)

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