Größtes Massensterben der Geschichte durch Ozonloch

31. Juli 2004, 19:00
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Vor 250 Millionen Jahren verschwanden fast 90 Prozent aller Spezies - Spuren von UV-Schädigungen weisen auf vulkanisch bedingtes Ozonloch hin

Utrecht - Nach jüngsten Forschungsergebnissen haben Vulkanausbrüche vor 250 Millionen Jahren zur Zerstörung der Ozonschicht und damit zum größten Massensterben in der Geschichte der Erde geführt. Damals sind rund 90 Prozent aller Spezies auf dem blauen Planeten ausgestorben, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Der Paläobotaniker Henk Visscher von der Universität Utrecht hat fossile Sporen von Bärlappgewächsen in Ostgrönland untersucht und hat dabei entdeckt, dass diese Sporen nicht verteilt waren, sondern zusammenklebten. Die unvollständige Entwicklung von Fortpflanzungszellen weist nach Ansicht des Forschers auf eine Schädigung des Erbgutes hin. Der Experte nimmt an, dass diese Schädigung durch UV-Strahlung entstanden ist. Große Vulkanausbrüche im heutigen Sibirien haben, nimmt Visscher an, die Ozonschicht der Erde durch giftige Gase zerstört, so dass die Strahlung ungehindert auf die Erdoberfläche gelangen konnte. Die erhöhte UV-Strahlung habe daraufhin zu genetischen Defekten geführt, die schließlich zum Massensterben geführt hat.

Das Massensterben an der Grenze von Perm und Trias wird von den Paläontologen als Übergang vom Erdaltertum zum Erdmittelalter bezeichnet. Über einen Zeitraum von zehn Millionen Jahren hat sich das Leben auf der Erde völlig verändert. Experten diskutieren auch darüber, ob die Auslöser dafür in Kometeneinschlägen zu suchen sind. Fest steht hingegen, dass sich das Klima auf der Erde verändert hat und dass zwischen 75 und 90 Prozent aller Spezies ausgestorben sind. Das viel spätere Massensterben am Ende der Kreidezeit, vor rund 65 Millionen Jahren, führte zum Ende der Dinosaurier. Auch wenn dieses sehr bekannt ist, starben dabei weit weniger Spezies aus als bei dem massiven Einschnitt zwischen Perm und Trias. (pte/red)

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    Dimetrodon war einer der bekanntesten Vertreter der permischen Fauna

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