Bangladesch und Indien: 130 Millionen Menschen durch Flut obdachlos

29. Juli 2004, 23:09
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Regen dauert bereits drei Wochen an - über 1.150 Tote - Epidemien durch verseuchtes Trinkwasser

Dhaka/Neu Delhi/Wien - Steigende Fluten und beginnende Epidemien fordern in der Katastrophenregion in Bangladesch und Indien immer mehr Todesopfer. Drei Wochen nach Beginn der verheerenden Überschwemmungen sind mindestens 1.150 Menschen ums Leben gekommen. In der ostindischen Krisenregion starben bis Donnerstag bereits 44 Menschen an Durchfallkrankheiten.

130 Millionen sind obdachlos

In beiden Ländern geht die Angst vor Epidemien um, weil sich das Hochwasser mit verseuchten Abwässern aus Kanälen und offenen Latrinen vermischt hat. Fast die Hälfte der 130 Millionen Bangladescher sind nach Angaben des führenden Wirtschaftsverbands des Landes mittlerweile durch die Fluten obdachlos.

Die Regierung in Dhaka will die immensen Schäden nun gemeinsam mit den wichtigsten Geberländern abschätzen und in der kommenden Woche einen Hilfsappell an die Staatengemeinschaft richten. Die Vereinten Nationen (UNO) teilten mit, dass sie und ihre Unterorganisationen mit Hilfslieferungen begonnen haben. UNOCHA, das United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs mit Sitz in Genf, stellte ein Kriseninterventionsteam zusammen, dem auch Brigadier Alois Hirschmugl vom österreichischen Bundesheer angehört. Der Steirer ist Experte für multinationales Krisenmanagement.

Es mangelt an allem

Von den 60 Millionen Menschen, die vom Hochwasser betroffenen sind, seien ein Drittel Frauen, Kinder und Ältere, berichteten Bangladeschs Wirtschaftsführer. Diese bräuchten sofort Nahrung, Trinkwasser und Medizin, um Hunger und die Ausbreitung von Cholera, Typhus und Ruhr zu verhindern. Am Donnerstag wurden weitere Bezirke der Zehn-Millionen-Metropole Dhaka überschwemmt.

Auf dem Land sind Hütten zu Tausenden fortgeschwemmt worden, viele Menschen harren seit Tagen auf kleinen Landflecken aus. "Sie haben keinen Schutz, ihre Ernte ist kaputt und ihre Gesundheit gefährdet", sagte Mustafizur Rahman, stellvertretender Bevollmächtigter der Region Munshiganj dem Sender BBC.(APA/dpa)

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