EU-Bericht: Autos in Deutschland und Österreich am teuersten

8. September 2004, 13:58
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Kfz mit Ausnahme von Limousinen in Polen am billigsten - Preise in Eurozone gleichen sich zunehmend an

Brüssel - Ein Autokauf in der EU ist in Deutschland und Österreich noch immer am teuersten. Mit Abstand am billigsten sind Kraftfahrzeuge derzeit in Polen zu haben, allerdings nicht Limousinen und Geländewagen, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel in ihrem jährlichen Bericht über Kfz-Preise mitteilte. Innerhalb der Eurozone gleichen sich die Preise immer stärker an.

Deutschland und Österreich im Spitzenfeld

Deutschland und in einem geringeren Ausmaß Österreich rangieren bei den Autopreisen wie bereits in früheren Untersuchungen der Kommission im europäischen Spitzenfeld. Die EU-Statistik beruht auf einem Vergleich der Preise vor Steuern. In Deutschland waren 23 von insgesamt 90 untersuchten Modellen am teuersten, in Österreich waren zehn Autotypen um mindestens 20 Prozent teurer als im Vergleich zum billigsten Land der Eurozone. Im Durchschnitt war dies Finnland, während die Autopreise in den neuen Mitgliedstaaten bei fast allen Typen unter dem Niveau des Euro-Währungsgebietes lagen. Bis zu 72 Prozent beträgt das Gefälle in der EU. In Polen lagen die Autopreise im Schnitt noch zehn Prozent unter dem finnischen Niveau.

So betrug der Einzelhandelspreis vor Steuern zum Stichtag 1. Mai 2004 für einen VW Golf in Österreich 12.421 Euro, in Deutschland 13.121 Euro und in Polen 10.437 Euro. Ein Ford Fiesta kostet in Österreich um 15,7 Prozent mehr als im EU-Durchschnitt, ein Honda Civic um 20,4 Prozent und ein Mercedes C180 um 3,7 Prozent. Das billigste untersuchte Modell in der gesamten erweiterten EU ist ein Fiat Panda. Er kostet in Polen 6.124 Euro, in Ungarn 7.245 Euro, in Österreich 7.857 Euro und in Deutschland 8.267 Euro.

"Mehr Wettbewerb zieht ein"

Am stärksten an das westeuropäische Preisniveau angeglichen haben sich die Autopreise in Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Wettbewerbskommissar Mario Monti zeigte sich erfreut über die zunehmende Preiskonvergenz. Die Tatsache, dass sich die alten von den neuen Mitgliedstaaten nicht so erheblich unterscheiden, und leichte Abwärtzstendenz Preise in einigen besonders umsatzstarken Ländern der EU-15 "deuten darauf hin, dass im Automobilhandel mehr Wettbewerb einzieht."

Die Preise für Kraftfahrzeuge blieben in der EU im Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil. Im Euro-Gebiet nahmen sie um 0,8 Prozent zu, während die durchschnittliche EU-Inflationsrate bei 2,4 Prozent lag. Auch in Österreich lag die Teuerung bei Autos mit 1,1 Prozent unter der Jahresinflationsrate in diesem Zeitraum (2,1 Prozent). Überdurchschnittlich stark stiegen die Autopreise in Lettland (8,9 Prozent), Polen (8,7 Prozent) und Slowenien (5,2 Prozent). (APA)

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    Innerhalb der Euro-Zone gleichen sich die Preise für Neuwagen immer mehr an.

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