Zsolnay kauft Deuticke Verlag

30. Juli 2004, 12:47
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Der Wiener Literaturverlag wechselt den Besitzer

Wien - Rund ein halbes Jahr, nachdem der Salzburger Residenz Verlag den Besitzer wechselte, hat nun auch Deuticke - der zweite Publikums-Verlag, den das Finanzministerium vor Jahren als Teil des Österreichischen Bundesverlages (ÖBV) an die Stuttgarter Klett Gruppe verkauft hatte - einen neuen Eigentümer: Der Wiener Paul Zsolnay Verlag übernimmt mit Anfang August das Traditionshaus, in dem einst Sigmund Freud seine Schriften publizierte.

Wie Zsolnay selbst ist damit auch Deuticke eine Tochter des Münchner Carl Hanser Verlages, der so sein Engagement in Österreich verstärkt - und umgekehrt durch den gemeinsam organisierten Vertrieb die Präsenz von Deuticke in Deutschland fördern will.

Personell wird sich bei Deuticke, so ist zu hören, nichts ändern: Die bisherige Verlags-und Programmleiterin Martina Schmidt wird auch die künftige sein. Desgleichen sollen alle weiteren Mitarbeiter des Deuticke-Verlages übernommen werden.

Wie weit hingegen das Programm Deutickes, dessen Qualität unter den finanziellen Unsicherheiten zuletzt merkbar litt, vom Besitzerwechsel profitiert, bleibt abzuwarten. In jedem Fall, so Hanser-Verleger Michael Krüger, wolle man die Konzentration auf internationale Weltliteratur beibehalten - als Ergänzung zu Zsolnays Progarmmschwerpunkt in österreichischer Literatur. Eine Halbierung der Titel auf jährlich zehn Bücher gilt jedoch als sicher. (cia / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. 7. 2004)

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