Ghana: Afrikanische Friedenskonferenz für Cote d'Ivoire

31. Juli 2004, 21:21
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Westafrikanische Staatschefs müssen sich auch mit Darfur-Krise befassen

Accra - UNO-Generalsekretär Kofi Annan, zehn afrikanische Staatschefs und der Kommissionspräsident der Afrikanischen Union (AU), Alpha Oumar Konaré, bemühen sich bei einem Treffen in der ghanesischen Hauptstadt Accra um eine Wiederbelebung des Friedensprozesses in der geteilten Bürgerkriegs-Republik Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste). Neben den Protagonisten des Konflikts, Staatspräsident Laurent Gbagbo und Ex-Rebellenchef Guillaume Soro, nehmen auch Ex-Präsident Henri Konan Bedie und Ex-Premier Alassane Ouattara an den Gesprächen am Donnerstag teil. Wegen der Dringlichkeit der Krisensituation wird auch über die humanitäre Katastrophe in der sudanesischen Darfur-Region gesprochen.

Den Vorsitz führt der ghanesische Staatspräsident John Kufuor in seiner Eigenschaft als Präsident der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Der ECOWAS gehören Benin, Burkina Faso, Cote d'Ivoire, Guinea, Mali, Mauretanien, Niger, Senegal, Togo, Gambia, Ghana, Liberia, Nigeria, Sierre Leone, Guinea-Bissau und Kap Verde an. Am kommenden Sonntag ist ein ECOWAS-Gipfel in Abuja in Nigeria geplant.

Bürgerkrieg

Cote d'Ivoire ist ungeachtet eines Friedensvertrags, der im Jänner 2003 in Marcoussis bei Paris unterzeichnet wurde, um den im September 2002 ausgebrochenen Bürgerkrieg zu beenden, weiter geteilt. Die Ex-Rebellen der "Neuen Kräfte" haben die nördliche Hälfte des Landes unter ihrer Kontrolle. Sie lehnen die Entwaffnung ab, so lange die Regierung von Präsident Gbagbo ihre Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag nicht erfülle. Insbesondere soll ein neues Gesetz über die Staatszugehörigkeit verabschiedet werden, das die Nachkommen der Einwanderer aus den Nachbarländern im Norden des Landes nicht länger diskriminiert. Die gemeinsame Übergangsregierung ist auseinander gebrochen, nachdem im März bei einer Antiregierungsdemonstration mindestens 120 Menschen ums Leben gekommen waren. (APA/AFP)

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