Vierjähriger mit Kopf in Autofenster eingeklemmt

29. Juli 2004, 20:15
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Kind hat beim Spielen auf Knopf gedrückt - Fensterheber funktionierte ohne Zündschlüssel - Kind nach wie vor im künstlichen Tiefschlaf

Linz/Salzburg - Ein elektrischer Auto-Fensterheber wurde am Mittwochnachmittag für einen vierjährigen Buben in St. Wolfgang zu einer lebensgefährlichen Falle. Der Bub befinde sich mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr, allerdings nach wie vor im künstlichen Tiefschlaf, sein Zustand sei aber stabil. Sie hätten ein "gutes Gefühl", so die behandelnden Ärzte des Landeskrankenhauses Salzburg. Ob das Gehirn des Buben auf Grund mangelnder Sauerstoffzufuhr Schäden erlitten habe, könne man derzeit noch nicht sagen.

Kind drückte automatischen Fensterheber

Das Kind hatte beim Spielen auf den Knopf für den automatischen Fensterheber gedrückt, dabei wurde der Kopf des Buben im Mundbereich zwischen Glasscheibe und Autotür eingeklemmt. Erst eine halbe Stunde später entdeckte die Mutter ihr bereits bewusstloses Kind. Ein Notarzthubschrauber flog den Buben in das Landeskrankenhaus Salzburg.

Unbemerkt ins Auto geklettert

Der Vater des kleinen Buben hatte sein Auto Pkw unversperrt vor dem Haus der Familie abgestellt und den Zündschlüssel abgezogen. Der Vierjährige dürfte nur kurze Zeit später von den Eltern unbemerkt in das Auto geklettert sein.

Neue Autos haben Anhalteschutz

Wie es in diesem konkreten Fall - bei dem Auto handelt sich nach Auskunft der Gendarmerie um einen VW Passat - zu dem Unfall kommen konnte, müsse jetzt durch entsprechende technische Gutachten geklärt werden, erkläerte der Technikexperte Gerhard Greindl.

"Bei fast allen neuen Modellen gibt es grundsätzlich einen Anhalteschutz, dass heißt, sobald das Fenster auf einen Widerstand trifft, stoppt es automatisch", so der Experte. Manche ältere Modelle hätten aber diese Sicherheitseinrichtung noch nicht.

Techniker verwundert

Stutzig macht den Techniker, dass das Fenster ohne Zündschlüssel funktionierte. "Das kommt mir ein bisschen eigenartig vor und sieht nach einem technischen Defekt aus", sagte Greindl. Mit Vorsicht seien vor allem nachträgliche Einbauten zu genießen: "In jedem zweiten Baumarkt können sie heutzutage etwa elektronische Fensterheber für den Einbau im Nachhinein kaufen. Erfolgt dann diese Montage aber nicht fachgerecht, kann es im schlimmsten Fall zu Unfällen kommen", erläuterte Greindl.

Auto in der Nähe von Kindern immer verschließen

Der ÖAMTC Oberösterreich mahnt indes Eltern zu erhöhter Vorsicht: "Ein Pkw ist kein Kinderspielplatz und muss daher immer entsprechend verschlossen werden", erklärte der Technikexperte Gerhard Greindl. (APA)

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