Kroatien: HDZ will Präsidenten- und Lokalwahlen zusammenlegen

29. Juli 2004, 14:10
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Regierungspartei auf regionaler Ebene dominant

Zagreb - Das politische Sommerthema in Kroatien dreht sich um eine Frage: Sollen die bevor stehenden Präsidenten- und Lokalwahlen zusammengelegt werden? Dies plant nämlich die Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft). Sie möchte beide Urnengänge zusammen im Dezember abhalten.

Sie verfolgt diese Idee nicht ohne Kalkül. Bei der Präsidentenwahl steht nämlich Amtsinhaber Stjepan Mesic als Sieger praktisch fest. Die HDZ rechnet sich dabei kaum Chancen aus. Deshalb nominierte sie bisher auch keinen Gegenkandidaten. Auf regionaler Ebene ist sie aber immer noch eine Macht.

Die drei stärksten Oppositionsparteien (Sozialdemokraten/SDP, Volkspartei/HNS, Bauernpartei/HSS) kündigten bereits ihre Unterstützung für Mesic an. Er war im Jahr 2000 als Kandidat der HNS angetreten, stellte seine Mitgliedschaft später aber ruhend.

Die Lokalwahlen 2001 hatten sehr wichtigen Signalcharakter für die HDZ. Die Partei war seit den Parlamentswahlen im Jänner 2000 immer mehr in der Wählergunst gesunken. Dann feierte sie aber auf Lokalebene einen Erfolg, der sich bei den Parlamentswahlen im Herbst 2003 fortsetzte.

Zur Zeit stellt die HDZ acht Landeshauptleute unter 21 Gespanschaften (Bundesländer) und mehr als ein Drittel (44) der Bürgermeister in Kroatien. (APA)

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