Abu-Hafz-al-Mazri-Brigaden: "Werden Europas Städte erschüttern"

30. Juli 2004, 12:36
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Islamisten kündigen erneut "blutigen Krieg" an - "Erstes Ziel": Italiens Premier Berlusconi - Frattini: "Lassen uns nicht einschüchtern"

Berlin - Eine islamistische Gruppe mit dem Namen Abu-Hafz-al- Mazri-Brigaden hat einen "blutigen Krieg" gegen Europa ausgerufen. Eine von dem Chef der El-Kaida-Organisation, Osama bin Laden, ausgerufene Waffenruhe sei abgelaufen. Als ihr erstes Anschlagsziel nannten die Islamisten den italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi. "Wir werden Europas Städte erschüttern, und wir werden mit dir anfangen, Berlusconi", hieß es auf der Internet-Seite der Gruppe.

Die Gruppe soll Verbindungen zur El Kaida des Terroristen Osama bin Laden haben. Die Internet-Seite hat in der Vergangenheit wiederholt Erklärungen der Gruppe veröffentlicht. Die Echtheit der Drohung konnte zunächst nicht bestätigt werden.

"Warte unser Versprechen ab, Berlusconi"

"Wir werden dafür sorgen, dass es blutig wird, bis du auf den rechten Weg zurückgekehrt bist", hieß es in der Stellungnahme an die Adresse des italienischen Regierungschefs. "Warte auf uns, Berlusconi, und auch ihr anderen Alliierten, wartet unser Versprechen ab, das wir euch gegeben haben, und das wir nun Europa geben."

Waffenstillstand Bin Ladens abgelaufen

Weiter hieß es im Internet: "Heute haben wir euch einen blutigen Krieg erklärt, und wir werden die Angriffe auf euch nicht beenden, bis ihr zum rechten Weg zurückgekehrt seid." Eine von Bin Laden ausgerufene Waffenstillruhe sei bereits abgelaufen.

Bin Laden hatte auf einem Tonband am 15. April den europäischen Staaten ein Ultimatum von drei Monaten gestellt, ihre Truppen aus dem Irak, Afghanistan und anderen moslemischen Ländern abzuziehen. Anderenfalls müssten sie mit Anschlägen wie am 11. März in Madrid rechnen. Damals waren bei mehreren Bombenanschlägen auf Pendlerzüge 191 Menschen getötet worden.

"Unglaubwürdige" Gruppe

Die Abu-Hafz-al-Mazri-Brigaden haben schon Anfang Juli mit neuen Anschlägen gedroht. In Deutschland und in Großbritannien hatte man diese Drohung jedoch als wenig glaubwürdig eingestuft. "Diese Äußerungen sind mit großer Vorsicht zu genießen und wahrscheinlich nicht besonders glaubwürdig", sagte damals ein Sprecher des deutschen Innenministeriums in Berlin. "Das ist eine ominöse Organisation, die sich schon mehrere Dinge auf die Fahnen geschrieben hat. Unter anderem den Stromausfall in Amerika." Auch in britischen Sicherheitskreisen wurde die Gruppe als unglaubwürdig eingestuft. "Sie haben sich zu den Bombenanschlägen in Madrid bekannt, dabei ist klar, dass sie es nicht waren", hieß es.

Frattini: "Lassen uns von El Kaida-Drohungen nicht einschüchtern"

Italien lasse sich von den neuen Drohungen islamischer Extremisten nicht einschüchtern. Dies betonte der italienische Außenminister Franco Frattini am Donnerstag. "Die italienische Regierung beharrt auf ihrem Kurs eines harten Vorgehens und der Vorbeugung terroristischer Attentate", sagte Frattini im Gespräch mit Journalisten in Rom. Italien reagiere auf die Offensive des Terrors mit "seiner Beteiligung an einer großen Herausforderung für die Demokratie, den Wiederaufbau des Iraks", sagte Frattini. "Wir arbeiten weiterhin mit der irakischen Regierung, der UNO und den europäischen Partnern zusammen, die Terroristen sind isoliert", meinte der Minister.

Abzug ausgeschlossen

"Wir lassen uns nicht einschüchtern, doch es ist logisch, dass Italien wegen seines Engagements im Irak unter Beschuss stehen kann", betonte ein Sprecher des Innenministeriums nach Angaben italienischer Medien. Die Regierung Berlusconi zählt zu den treuesten Verbündeten der USA im Irak. Berlusconi beteuerte in den vergangenen Tagen des Öfteren, dass ein Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak ausgeschlossen sei.

Vergangene Woche war Innenminister Giuseppe Pisanu mit Polizeichef Gianni De Gennaro und den Chefs der Sicherheitsdienste zusammengetroffen, um noch effizientere Vorbeugungsstrategien festzulegen. (APA/Reuters)

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