Italien gegen Deutschland als ständiges Sicherheitsrats-Mitglied

29. Juli 2004, 19:05
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Frattini bevorzugt ein "demokratischeres und transparenteres Rotationssystem"

Rom - Der italienische Außenminister Franco Frattini hat sich gegen eine Reform des UNO-Sicherheitsrats ausgesprochen, die Deutschland einen ständigen Sitz in dem Gremium verschaffen würde. Es sei falsch, Ländern wie Deutschland, Japan oder Indien den Status eines ständigen Mitglieds zu gewähren, "weil das in die falsche Richtung" gehe, zitierten italienische Tageszeitung den Minister am Mittwoch. "Wir sind gegen vorgezogene Reformprojekte", sagte Frattini. Italien bevorzuge ein "demokratischeres und transparenteres Rotationssystem", das den Beiträgen der jeweiligen Länder zu UN-Missionen Rechnung trage.

Unterstützung erhielt Frattini von Senatspräsident Marcello Pera. Die Vereinten Nationen bräuchten zwar eine Reform, dies dürfe aber nicht zu einer Erhöhung der Anzahl der ständigen Sicherheitsratsmitglieder führen, sagte Pera. Der christdemokratische Präsident des Abgeordnetenhauses, Pier Fernando Casini, sprach sich gegen "für Italien nachteilige Entscheidungen" aus, die das "nationalen Leben" beeinträchtigen könnten. (APA)

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