Anhörung gegen US-Hauptmann wegen Mordverdachts

29. Juli 2004, 17:59
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Prozess in Deutschland bis September vertagt - Kammer muss entscheiden, ob 29-Jähriger vor Militärgericht gestellt wird

Hanau - Vor einer US-Militärkammer im deutschen Hanau hat am Mittwoch die Anhörung eines amerikanischen Offiziers begonnen, der einen Iraker ermordet haben soll. Es ist die erste Mordanklage gegen einen US-Armeeangehörigen seit Beginn der Militäroperation im Irak. Die Kammer muss entscheiden, ob der 29-jährige Hauptmann vor ein Militärgericht gestellt wird. Die Anhörung wurde nach der Vernehmung eines ehemaligen Vorgesetzten des Angeklagten bis September vertagt.

Der Angeklagte wird beschuldigt, am 21. Mai 2004 als Chef einer Panzerkompanie einen Iraker erschossen zu haben. Die Operation zwischen den Städten Najaf und Kufa galt eigentlich dem radikalen schiitischen Geistlichen Moktada el Sadr. Offiziellen Angaben des US-Militärs zufolge hatte die Kompanie des Angeklagten auf einen flüchtenden BMW gefeuert. Dabei seien der Fahrer und ein Passagier verletzt worden. Kurz darauf soll der Kompaniechef den verletzten Fahrer aus kurzer Distanz erschossen haben.

Nach der Anklageerhebung am 12. Juni war die Anhörung im Irak begonnen worden, aber wegen der Rückkehr der Division des Angeklagten nach Deutschland unterbrochen worden. Der Hauptmann ist trotz der Ermittlungen nicht in Haft. (APA/AP)

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