Reich für die Insel ...

20. Oktober 2005, 15:59
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In Kroatien kann man sogar Inseln kaufen, wiewohl: So ein Eiland hat aber auch seine Tücken

Zagreb - "L-förmige Insel in der Nähe des Kornaten-Nationalparks. 36.000 Quadratmeter mit Steinküste, niedriger Vegetation und vielen Olivenbäumen. Preis 25 Euro pro Quadratmeter." So lautet die Anzeige einer kroatischen Immobilienagentur in der Adria-Hafenstadt Split. Sie ist mit ihrem Angebot nicht allein - im Internet kann man problemlos viele Adriainseln finden, die zum Verkauf stehen. Die Preise schwanken zwischen sechs und 90 Euro pro Quadratmeter. Das hängt von der Vegetation ab: Gibt es sogar Wald auf der Insel oder doch nur (spitze) Steine?

Trinkwasser, Strom, Bebauung?

Kroatien hat insgesamt 718 Inseln: die größte ist Krk mit 405 Quadratkilometer. Die kleinsten zählen gerade ein paar Hundert oder sogar nur 100 Quadratmeter und entsprechen damit einer mittelgroßen Wohnung. Die große Mehrheit der kroatischen Inseln ist unbewohnt. Und haben sie einen Besitzer, kann der mit seinem Eigentum meist nicht allzu viel anfangen. Die Eiländer sind überwiegend ohne Trinkwasser oder Strom und der Käufer darf in der Regel darauf auch nicht bauen. Für kleine Inseln gibt es nämlich keine Urbanisierungspläne.

Dafür noch ein Problem. In jeder Annonce ist die Fläche der Insel, die man käuflich erwerben kann, immer ein bisschen kleiner angegeben als sie in der Realität tatsächlich ist. Wegen des "Seeguts". Das "Seegut" ist laut kroatischem Seerechtsgesetz eine imaginäre Linie von sechs Metern zwischen der Insel und dem offenem Meer. Die Fläche zwischen dieser Linie und der Insel ist für den Gemeingebrauch bestimmt.

Kroatisches Seerechtsgesetz verbietet das Errichten einer Mole

Sie kann nicht privatisiert werden und ist allenfalls nur mit einer Lizenz nutzbar. Konkret heißt das: Kauft jemand eine Adriainsel in Kroatien, für die es sogar einen Urbanisierungsplan gibt, darf er sich dort sogar ein Haus bauen. Aber keine eigene Mole. Er kann anderen Touristen auch nicht verbieten, an der Küste seiner Insel zu baden.

Für Ausländer ist es nicht so einfach, sich eine kroatische Insel anzulachen. Personen ohne Staatsbürgerschaft dürfen in Kroatien nur mit Genehmigung des Außenministeriums Immobilien erwerben. Grundsätzlich bedarf es eines zwischenstaatlichen Abkommens über den Immobilienkauf zwischen Kroatien und dem Heimatland des Käufers. Österreicher haben daher bessere Chancen "Insulaner" zu werden als Bürger anderer Länder. Zwischen Österreich und Kroatien gibt es nämlich ein entsprechendes Abkommen ...(APA)

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