Deutschland: Zusätzliche Belastung für Langzeitarbeitslose

29. Juli 2004, 16:44
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Viele werden sich in Zukunft teilweise selbst krankenversichern müssen

Siegburg - Auf deutsche Langzeitarbeitslose kommen unter Umständen weitere Belastungen zu. Diejenigen, die vom kommenden Jahr an wegen eigenen Vermögens kein Arbeitslosengeld II erhalten, müssen sich selbst um eine Krankenversicherung kümmern, bestätigte der Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) am Mittwoch in Siegburg entsprechende Berichte.

Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe

Nach Schätzungen der deutschen Regierung dürften etwa 469.000 der rund zwei Millionen Bürger, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, kein Arbeitslosengeld II bekommen, weil sie nicht als bedürftig eingestuft würden, sagte VdAK-Sprecherin Michaela Gottfried. Sie fielen dann aus der bisher mit der Arbeitslosenhilfe verbundenen Pflichtversicherung heraus. Anders sei es bei Sozialhilfeempfängern. Bei ihnen bleibe die Krankenversicherung bei der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe bestehen.

Wie viele Langzeitarbeitslose tatsächlich betroffen seien, könne sie nicht sagen, erklärte die Sprecherin. Ein Teil der Arbeitslosen werde dann über die Krankenkasse des verdienenden Ehegatten abgesichert sein. Die anderen müssten sich freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse versichern, zu einem Mindestbeitrag von 115 Euro im Monat, der bei Einnahmen aus Zinsen oder Mieten noch steigen könne. Die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" hatte von zehntausenden Betroffenen berichtet, die unter Umständen im Krankheitsfall ohne Schutz dastünden. (APA/AP)

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