AU-Beobachter berichten von neuen Massakern in Darfur

31. Juli 2004, 14:11
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Zivilisten aneinander gekettet und angezündet

Addis Abbeba - Bewaffnete Milizen haben laut einem Bericht eines Beobachterteams der Afrikanischen Union (AU) in der sudanesischen Region Darfur neue Massaker angerichtet. Ein Dorf sei vollständig niedergebrannt worden, in einer weiteren Ortschaft hätten die Milizionäre wahllos Zivilisten aneinander gekettet und anschließend angezündet. Zu den Gräueltaten sei es Anfang des Monats gekommen, heißt es in dem Bericht, der dem Friedens- und Sicherheitsrat der AU vermutlich bereits am Dienstag vorgelegt wurde.

Rebellen der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) hätten auf den Zwischenfall in der Ortschaft Ehada hingewiesen, berichteten die Beobachter. Das gesamte Dorf sei von arabischen Milizionären der Janjaweed niedergebrannt worden und war fast vollständig verlassen.

AU-Beobachter

Auf den Angriff in Suleia habe die Regierung in Khartum hingewiesen und dafür die SLA und eine weitere Rebellengruppe verantwortlich gemacht, hieß es weiter. Das dortige Massaker sei aber offenbar ebenfalls von den Janjaweed verübt worden. Die Angreifer hätten einen Markt überfallen und mehrere Menschen bei lebendigem Leib verbrannt.

Die AU hat bislang 80 Beobachter in den Sudan entsandt. Sie sollen die Einhaltung eines im April geschlossenen Waffenstillstandsabkommens zwischen der Regierung und Rebellenbewegungen überwachen. (APA/AP)

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