Pressestimmen: "Trostpflaster für die Außenministerin"

29. Juli 2004, 11:19
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FAZ: Entwicklungshilfe-Ressort wahrscheinlich

Zürich/Frankfurt - Die "Neue Zürcher Zeitung" schreibt am Mittwoch über die Nominierung von Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) zur EU-Kommissarin in einem Beitrag mit dem Titel "Ein Trostpflaster für Österreichs Außenministerin?": "Die 55-jährige Ferrero-Waldner, Außenministerin seit Februar 2000, hatte sich erfolglos um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten beworben. Manche Kommentatoren sehen daher in der Ernennung zur EU-Kommissarin eher eine Art Trostpflaster für die schmerzhafte Niederlage in der Präsidentenwahl vom 25. April als den Kulminationspunkt in der Karriere der ebenso dynamischen wie ambitiösen Spitzendiplomatin.

Dass Schüssel seine Entscheidung für Ferrero-Waldner wenige Stunden nach Erscheinen jener Morgenzeitungen bekannt gab, in deren Leitartikeln die Kritik an seinem Stillschweigen über die Neubesetzung des EU-Kommissions-Postens zu scharfen Attacken kulminierte, sieht nicht nach Zufall aus. ... Die oppositionellen Sozialdemokraten stellten lakonisch fest, Schüssel habe den Zug verpasst.

"Ironie der Geschichte"

... Auch diesmal könnte sich die Verzögerung als Handicap erweisen - bei der Ressortzuteilung beispielsweise. Die Ironie der Geschichte will es, dass der Faktor 'Frau', den Ferrero-Waldner im Präsidentschaftswahlkampf so energisch wie erfolglos in den Vordergrund gestellt hatte, bei ihrer Nominierung zur EU-Kommissarin eine nicht ganz unwesentliche Rolle gespielt haben dürfte. Es bedeutet für sie zweifellos einen Triumph, nunmehr just dort Einzug zu halten, wo sie einst ihren Kampf gegen die von der EU über Österreich verhängten Sanktionen geführt hatte."

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" spekuliert vor allem über die Ressortzuteilung für Ferrero-Waldner durch den designierten EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso: "Allgemein wurde in Wien ... erwartet, dass die Österreicherin für Entwicklungshilfe zuständig sein wird. ... Der bisherige EU-Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, Poul Nielson aus Dänemark, wird nicht in der Kommission bleiben. Dänemark will offenbar den Integrationsminister Bertel Haarder nach Brüssel schicken." (APA)

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