Entführter Bischof in Kolumbien freigelassen

29. Juli 2004, 13:00
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Bischof war Sonntag von vier bewaffneten ELN gefangen genommen worden

Bogota - Ein von Rebellen entführter kolumbianischer Bischof ist am Dienstagabend (Ortszeit) wieder freigelassen worden. Misael Vacca Ramirez, der Bischof von Yopal, war am Samstag nahe der Ortschaft Morcote von Guerillakämpfern der linksgerichteten Nationalen Befreiungsarmee (ELN) verschleppt worden. Am Dienstag wurde er in derselben Gegend wieder freigelassen, wie der Erzbischof von Tunja, Luis Augusto Castro, mitteilte. Vacca Ramirez solle mit einem Hubschrauber nach Yopal zurückgebracht werden.

Castro erklärte weiter, die Entführer hätten offenbar ohne Absprache mit der ELN-Führung gehandelt. Nach Angaben von drei Augenzeugen, die die Geiselnahme am Samstagabend beobachtet hatten, kündigten die Rebellen an, dem Bischof bei seiner Freilassung eine Botschaft an die Regierung mitzugeben.

Präsident Alvaro Uribe hatte rund 1.000 Soldaten ins Rebellengebiet geschickt, um nach der Geisel zu suchen. Vacca Ramirez war zum Zeitpunkt seiner Entführung an Friedensgesprächen zwischen der Regierung, ELN-Vertretern sowie rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppen in den Regionen Casanare und Boyaca beteiligt.

Die ELN und die größere Rebellengruppe FARC kämpfen seit 40 Jahren für die Errichtung eines kommunistischen Staates. Der Konflikt fordert jedes Jahr rund 3.500 Menschenleben. Die katholische Kirche bemüht sich seit Jahren um Vermittlung zwischen Rebellen und Regierung. In den vergangenen 20 Jahren wurden neben einem Erzbischof und einem Bischof mindestens 50 Priester getötet und Dutzende weitere entführt.

Vacca, Bischof der Stadt Yopal im Nordosten des Landes, war am Sonntag von vier bewaffneten Männern und Frauen entführt worden, die sich als Mitglieder des Nationalen Befreiungsheeres (ELN) ausgaben. Sie hatten gesagt, dass sie ihn mit einer Botschaft an die Regierung wieder freilassen wollten. Die Regierung hatte 1300 Soldaten einer Spezialeinheit mobilisiert, um nach dem Entführten zu suchen. Papst Johannes Paul II. verurteilte am Dienstag die Entführung. (APA/dpa/AP)

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