Howard Dean ist nun Kerrys Wahlhelfer

29. Juli 2004, 18:20
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Unterlegener Präsidentschaftskandidat am Parteitag der US-Demokraten

Boston - Der in den Vorwahlen unterlegene Präsidentschaftskandidat Howard Dean, der lange als Favorit für die Nominierung der Demokraten gegolten hatte, ruft nun zur Wahl von John F. Kerry auf. "Ich habe auf einen derartigen Empfang gehofft, aber ich hoffte es wäre Donnerstagabend und nicht Dienstagabend", rief Dean seinen jubelnden Anhängern am Parteitag der Demokraten in Boston zu. Am Donnerstag zum Abschluss der Convention spricht immer der Gewinner der Präsidentschaftsnominierung seiner Partei.

In seiner eher kurzen Rede appellierte Dean an seine Anhänger, sich nun so wie er für Kerry einzusetzen. "Ich werde alles tun, um sicherzustellen dass John Kerry und John Edwards unser Land jenen Leuten zurückgeben, die es errichtet haben", versprach er. Bei den Wahlen gehe es nicht um seine Person, sondern darum den "amerikanischen Traum" wieder zurückzufordern.

Dean wiederholte seine sozialen Forderungen wie Krankenversicherung für alle Amerikaner und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie eine Außenpolitik, in der die Wahrheit gesagt werde bevor amerikanische Soldaten in einen Krieg geschickt werden. Der ehemalige Gouverneur von Vermont, Dean, war von Anfang an Gegner des Irak-Kriegs und gilt innerhalb der Partei als Linker.

"Wir sind alle hier um den demokratischen Flügel der demokratischen Partei zu vertreten", appellierte er nun an die Einheit der Partei. Demokraten dürften sich nie wieder schämen, Demokraten zu sein - nicht nur in der Demokraten-Hochburg Massachusetts, sondern auch nicht in den " mehrheitlich republikanisch eingefärbten" Bundesstaaten wie Idaho, Utah oder Texas.

Auch der ebenfalls unterlegene Kandidat der Primaries, Richard Gephardt und die Kandidatin Carol Mosley-Brown hielten am Dienstag Reden beim Parteitag in Boston. Gephardt forderte mehr Hilfe für Familien der Arbeiterklasse,, die durch die steigenden Kosten in die Schuldenfalle gerieten. Mosley-Brown war die einzige Frau unter den demokratischen Präsidentschaftskandidaten. (APA)

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