Ted Kennedy: "Müssen uns vor weiteren vier Jahren Bush-Regierung fürchten"

29. Juli 2004, 18:20
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"John Kerry ist ein Patriot wie John Kennedy"

Boston - Senator Edward (Ted) Kennedy hat den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kerry in eine Reihe mit seinem ermordeten Bruder, den demokratischen Präsident John F. Kennedy gestellt. Hoffnung und Optimismus, die Werte der Vorfahren der Amerikaner, hätten "Patrioten von John Adams über John Kennedy bis zu John Kerry" inspiriert", sagte Ted Kennedy Dienstag Abend in seiner Rede beim Parteitag der US-Demokraten in Boston über Kerry, den Junior-Senator von Massachusetts. "Amerika braucht jemanden der es einen kann, nicht jemanden der es teilt", so der Senior-Senator von Massachusetts. "Wir brauchen Präsident John Kerry".

Ted Kennedy griff Präsident George W. Bush scharf an und kritisierte, dass der Irak-Krieg die USA unsicherer gemacht habe. Er erinnerte an die mehr als 900 im Irak gestorbenen Amerikaner und die 6.000 Verwundeten in diesem "fehlgeleitetem Krieg". Die US-Regierung habe durch den Krieg lange geschätzte traditionelle Verbündete verärgert. "Der wahre Krieg gegen den Terrorismus ist jetzt viel schwieriger zu gewinnen, der Krieg gegen El Kaida".

In einer Welt der gegenseitigen Abhängigkeiten seien auch die USA nur so stark, wie ihre Bündnisse mit anderen Ländern, forderte Ted Kennedy eine Umkehr in der Außenpolitik. "Nur wenn die Welt zusammenarbeitet, und nur wenn Amerika in die richtige Richtung führt" könnten Krankheiten und Hunger besiegt werden. Mit Kerry und Edwards könne Amerika "stärker in der Heimat und wieder geachtet in der Welt" werden, formulierte er das Motto des Parteitags.

Der demokratische Senator kritisierte auch die "Exzesse von Enron" und die "Missbräuche von Halliburton", das frühere Unternehmen von Dick Cheney, das wegen lukrativer Aufträge aus dem Pentagon unter Beschuss gekommen ist. Dank John Kerry und John Edwards könne sich Vizepräsident Dick Cheney aber bald in die Pension zurückziehen, ätzte Kennedy.

In einer Analogie zu einem Zitat von Präsident Franklin Roosevelt, "das einzige wovor wir uns fürchten müssen ist die Furcht selber" meinte Ted Kennedy: "Das einzige wovor wir uns heute fürchten müssen sind vier weitere Jahre mit George Bush". In einem Rückgriff auf den Kampf der Kolonialisten gegen die britische Krone meinte Kennedy, heute werde der Kampf "nicht gegen einen Monarchen namens George, der seine Krone geerbt hat, geführt - auch wenn es manchmal so scheint".

Damit spielte er darauf an, dass George W. Bush als Sohn eines Präsidenten nach Ansicht seiner Kritiker das Netzwerk seines Vaters genutzt habe, um selbst Präsident zu werden. "Heute kämpfen wir gegen eine Politik der Angst und des eigenen Vorteils, gegen jene die ihr eigenes Interesse über das öffentliche Interesse stellen". (APA)

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