Regierung ordnet "politische und strategische" Generalmobilmachung an

29. Juli 2004, 08:34
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Vorkehrung für mögliche internationale Intervention

Khartum - Die sudanesische Regierung hat nach eigenen Angaben die "politische und strategische" Generalmobilmachung angeordnet, um einer möglichen Intervention internationaler Truppen in der Krisenregion Darfur entgegenzutreten. Das verkündete der Agrarminister und Verhandlungsführer mit den Rebellen in Darfur, Majsub el Khalifa Ahmed, am Dienstag nach einer Sondersitzung der Regierung in Khartum. Die Regierung sei entschlossen, "mit Gewalt allen Resolutionen zu widerstehen, die eine Entsendung internationaler Truppen nach Darfur fordern", sagte Ahmed. Khartum werde jeden Soldaten, "der einen Fuß in den Sudan setzt, entsprechend behandeln".

"Innere Front"

Die Mobilmachung soll nach Angaben des Ministers zunächst mit Treffen aller Parteien einschließlich der Opposition beginnen, um die "innere Front" zu stärken. Zu diesem Zwecke werde die Regierung auch alle politischen Gefangenen freilassen und mit ihnen in den Dialog treten. Ahmed schloss auch einen Dialog mit Anhängern des seit März inhaftierten oppositionellen Islamisten Hassan el Turabi nicht aus. Desweiteren sollten Protestkundgebungen gegen eine mögliche Intervention stattfinden.

Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail hatte zuvor gesagt, sein Land werde sich im Falle einer ausländischen Intervention in der Krisenregion Darfur verteidigen. "Wenn wir angegriffen werden, werden wir sicherlich nicht still sitzenbleiben, wir werden Vergeltung üben und uns verteidigen", sagte er am Dienstag während eines Besuchs in Ankara. Die USA bemühen sich derzeit um eine Resolution des UN-Sicherheitsrates für Sanktionen gegen Khartum. Die Entsendung von Truppen ist international im Gespräch. (APA)

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