Mofaz billigt geänderte Route für Sperrwall

28. Juli 2004, 16:31
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Sharon soll in den nächsten Tagen zustimmen

Jerusalem - Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz hat einer geänderten Route für die Sperranlage zum Westjordanland am Dienstag größtenteils zugestimmt. Bei einigen Punkten wolle Mofaz jedoch selbst über den Verlauf entscheiden, teilte das Ministerium mit. Die gebilligten Änderungen betreffen vor allem einen 40 Kilometer langen Abschnitt zwischen der jüdischen Siedlung Elkana und Jerusalem, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Ministerpräsident Ariel Sharon wird das Konzept vermutlich in Kürze absegnen.

Der Verlauf der Sperranlage soll enger an die so genannte Grüne Linie heran führen, die bis 1967 die Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland war. Mit den Veränderungen werde einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Jerusalem entsprochen, sagte Mofaz. Über Änderungen der Route um Jerusalem und im südlichen Teil der Anlage sollte dem Verteidigungsministerium zufolge getrennt beraten werden.

Die Richter in Jerusalem hatten Ende Juni erklärt, der Originalverlauf der Barriere verletze die Rechte der Palästinenser, deren Gebiet teilweise zerstückelt werde. Der Internationale Gerichtshof (IGH) erklärte den Sperrwall Anfang Juli für völkerrechtswidrig. Die UN-Vollversammlung forderte Israel vorige Woche auf, die Barriere abzureißen. Der Wall soll sich über 680 Kilometer erstrecken, bisher ist rund ein Viertel gebaut. (APA/AP)

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