Linksaußen und liberales Gewissen

30. Juli 2004, 10:08
posten

Parteipatriarch Edward Kennedy steht hinter Kerry

Es war Edward M. Kennedy, der seit Jahren daran gearbeitet hatte, die demokratische Convention 2004 in seine Heimatstadt Boston zu bringen. Ebenso unermüdlich kämpfte "Teddy" für den Kandidaten seiner Wahl, John Kerry, und überließ seinem anfangs noch glücklosen Senatskollegen zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter - für viele der Wendepunkt in dessen Wahlkampf.

Der 72-jährige Ted, der jüngere Bruder von John F. und Robert F. Kennedy, ist heute Patriarch des Kennedy-Clans. Seine von Skandalen und persönlichen Tragödien begleitete politische Karriere geht ins 43. Jahr und man nimmt an, dass er 2006 zum letzten Mal für den Senat kandidieren wird. Noch zu Beginn als politisches Leichtgewicht betrachtet, hat sich Kennedy über die Jahre als ernst zu nehmender Linksaußen, als liberales Gewissen der Demokraten etabliert.

Edward Kennedy sprach sich vehement gegen den Krieg im Irak aus. Er verglich die Intervention mit Vietnam und Präsident George W. Bush mit Richard Nixon. Seine Empörung über die Folterungen irakischer Gefangener spiegelte die Gefühle vieler Amerikaner wider.

1980 unternahm er seinen einzigen Versuch, selbst als Präsident zu kandidieren, verlor jedoch gegen Jimmy Carter: "Ich bin froh, dass ich kandidiert habe", sagt er heute, "aber mein Ziel ist in erster Linie, der Öffentlichkeit zu dienen und nicht unentwegt die Präsidentschaft anzustreben." (DER STANDARD, Prinbtausgabe, 28.7.2004)

Susi Schneider aus New York
Share if you care.