Einzahlservice mit direktem Draht zur Polizei

30. Juli 2004, 19:11
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Nach Betrugsserie stattet BA-CA ihre SB-Foyers mit sichereren Zahlscheinboxen aus

Die Entfernung der Zahlscheinboxen aus sämtlichen SB-Foyers der BA-CA nach einer Serie von Aufbrechaktionen und Überweisungsbetrügereien (der STANDARD berichtete) habe zu "zahlreichen Kundenanfragen" geführt, schildert Pressesprecher Peter Thier. So zahlreichen, dass die BA-CA jetzt "eine größere Summe" in die Hand nehme, um den "wesentlichen", weil Öffnungszeit unabhängigen Service im Zahlungsverkehr künftig wieder anbieten zu können.

Und zwar unter Einsatz sichererer Boxen als bisher. Die neuen Zahlscheinschlucker, die bis Ende August in allen rund 400 BA-CA-Foyers aufgestellt werden sollen, würden auf dem Boden fix montiert und seien mit einer extra Metallplatte zwischen Einwurfschlitz und Auffanglade ausgestattet. Sowie mit einer direkten Alarmschaltung zum nächsten Polizeikommissariat. Kostenpunkt: Zwischen 500 und 1000 Euro pro Box.

Alarm

Der Alarm werde ausschlagen, sobald sich jemand daranmache, das Behältnis aufzubrechen - nicht schon bei Rütteleien oder Stößen - versichert Thier. Der direkte Draht zur Polizei sei oft schon gelegt: Die meisten Bankfilialen verfügen über eine Standalarmleitung, die in Fall eines Überfalls aktiviert werden kann.

Gedanken zur Verbesserung der Zahlscheinbox-Sicherheit macht man sich indes auch bei der Erste Bank, die den 24-Stunden-Einzahlservice weiterhin flächendeckend anbietet. In den kommenden 14 Tagen will man hier Entscheidungen treffen. Die Erste Bank blieb bisher von Aufbrechaktionen verschont, während es die BA-CA insgesamt zwölf Mal traf.

Konten geplündert

Acht Konten, deren Inhaber Erlagscheine in die Boxen eingeworfen hatten, wurden geplündert, eine Tiroler Firma allein um 90.000 Euro geschädigt: Die Betrüger - so erläutert Helmut Filz von der Wiener Kriminaldirektion eins - hatten auf neuen Zahlscheinen die Unterschriften der Kontoinhaber gefälscht und sich selbst rund 100.000 Euro überweisen lassen; auf Konten, die sie unter falschem Namen eröffnet hatten.

Zwei mutmaßliche Mittäter, so Filz, wurden vergangene Woche in Wien festgenommen. Die Daten für ihre Betrügereien hatten sie unter anderem schlichtem Briefpapierköpfen entnommen. (Irene Brickner/DER STANDARD; Printausgabe, 28.7.2004)

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