Toter Priesterseminarist: Polizei ermittelt in Richtung Mordverdacht

27. Juli 2004, 15:41
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53-Jähriger war im Oktober 2003 tot aus der Donau geborgen worden

Wien - Im Zusammenhang mit dem 53-jährigen Priesterseminaristen, der am 31. Oktober 2003 tot aus der Donau geborgen wurde, wird bereits seit Februar von Amts wegen in Richtung Mordverdacht ermittelt. Das teilte Otto Schneider, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Wien, am Dienstag mit. Ursprünglich war man davon ausgegangen, der spät berufene Alumne im St. Pöltner Priesterseminar habe sich freiwillig das Leben genommen. Die Ermittlungen laufen gegen unbekannte Täter, damit betraut ist das Wiener Kriminalkommissariat Nord.

Ende der Ermittlungen noch nicht absehbar

Wann mit dem Abschluss der polizeilichen Erhebungen zu rechnen ist, konnte Schneider nicht sagen. Von dem dann vorliegenden Ergebnissen wird abhängen, ob die Staatsanwaltschaft in diesem mysteriösen Fall weitere Schritte setzen wird.

Andeutungen von außen

Die Selbstmord-These war nach der Obduktion der Leiche ins Wanken geraten. In dem gerichtsmedizinischen Gutachten heißt es, Fremdverschulden sei "nicht mit Sicherheit auszuschließen". Wie der Sprecher der Anklagebehörde darlegte, habe man "nach Andeutungen und Hinweisen von außen" den Fall näher zu untersuchen begonnen.

Meldungen, wonach der Priesterseminarist in eine homosexuelle Affäre verstrickt gewesen sein und diese im Zusammenhang mit seinem Ableben stehen könnte, konnte Schneider nicht bestätigen: "Davon ist mir nichts bekannt."

Er konnte auch nichts zu den festgestellten Verletzungen verraten, die Zweifel am Selbstmord nährten: "Ich habe das Gutachten nicht gelesen. Die Sache liegt bei der Polizei. Bis diese ihre Arbeit erledigt hat, bitte ich um Geduld." (APA)

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