WTO-Verhandlungen starten in Genf

27. Juli 2004, 13:31
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Neuer Anlauf für Welthandelsrunde - Rahmenabkommen geplant - Agrarfragen im Mittelpunkt der Gespräche

Genf - Nach der gescheiterten Ministerkonferenz in Cancun (Mexiko) hat die Welthandelsorganisation (WTO) am Dienstag in Genf einen neuen Anlauf genommen, um sich auf Richtlinien für eine weitere Liberalisierung zu einigen. Bis zu diesem Freitag wollen die 147 WTO-Mitgliedsstaaten den politischen Rahmen für die weiteren Verhandlungen abstecken. Damit soll der 2001 in Doha (Katar) eingeleiteten Welthandelsrunde wieder Schwung verliehen werden. Ein solches Zwischenabkommen hätte schon im September 2003 in Cancun erreicht werden sollen.

Bis zu 35 Minister dabei

Zu der Konferenz werden nach Angaben von WTO-Sprecher Keith Rockwell zwischen 25 und 35 Minister erwartet. Die EU-Außen- und -Wirtschaftsminister waren am Vortag in Brüssel zu einem Sondertreffen zusammengekommen, um eine gemeinsame Position festzulegen. Dabei standen dem Vernehmen nach Agrarfragen im Mittelpunkt. EU-Handelskommissar Pascal Lamy wird am Mittwoch in Genf erwartet.

Den Teilnehmern liegt ein Vorschlag vom Präsidenten des WTO-Generalrats, Shotaro Oshima, vor. Das Dokument umfasst Themen wie Subventionsabbau für Agrarprodukte, Zollsenkungen für Industriegüter oder Öffnung der Märkte für Dienstleistungen. Damit sollen die Handelschancen der Entwicklungsländer verbessert werden.

"Scheitern wäre Ende"

WTO-Generaldirektor Supachai Panitchpakdi warnte, dass ein Scheitern des Zwischenabkommens das Ende der Handelsrunde bedeuten könne. Die Runde wurde im November 2001 in Doha begonnen. Offiziell soll sie Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, das ist jedoch unwahrscheinlich. (APA/dpa)

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