TV-Tipp: Frauen zwischen "sexueller Revolution" ...

27. Juli 2004, 11:35
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... und Ausbruch aus der Armut: Ein China-Spezial im "Weltjournal"

Wien - Kein Land hat sich in jüngster Zeit so rasch so tief greifend verändert wie China. Die Einführung des Kapitalismus unter der autoritären ideologischen Kontrolle der Kommunistischen Partei bringt einem Teil der chinesischen Bevölkerung schnellen großen Reichtum, an dem die meisten Chinesen jedoch keinen Anteil haben. Das führt zu sozialen Spannungen und immer lauter werdenden Forderungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit und einer demokratischen Öffnung auch des politischen Systems.

Die sexuelle Revolution

Zu lange liefen im kommunistischen Reich Maos auch die intimsten Angelegenheiten nicht ohne Zustimmung der Partei. Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit waren Tabu, Ehen waren Kalkül und wurden in Massenhochzeiten geschlossen. Uniformen und Einheitslook ließen erotische Empfindungen nicht zu. Heute zeigen die jungen Leute in China offen ihre Gefühle, aus "Blumenmädchen" wurden Strichmädchen, Erotik-Shops öffnen ihre Türen. "Früher war es tabu, über Sex zu reden, das war schlimm. Heute - kein Problem. Sex ist doch ganz natürlich." Diese Worte der 30-jährigen Chinesin Wang Wie stehen für die moderne Entwicklung im Reich der Mitte.

Ausbruch aus der Armut

Weltweit verdienen Frauen im Durchschnitt nur die Hälfe dessen, was Männer bekommen. Frauen, die in Armut leben, ist der Zugang zu Grundbesitz und Erbschaft meist verwehrt, sie können keine Kredite aufnehmen. Ihre Arbeit wird ihnen weder vergütet noch ist sie anerkannt. Das gilt ganz besonders für China. Deshalb haben internationale Organisationen wie die UNESCO ihre Programme zur Bekämpfung der Armut neu ausgerichtet, sie wollen vor allem den Frauen in den ländlichen Gegenden helfen. Mit Kleinkrediten in der Höhe von umgerechnet 125 Euro hat die Hilfsorganisation eine höchst populäre und erfolgreiche Strategie entwickelt, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. (red)

Mittwoch, 28. Juli 2004
22.30 Uhr in ORF 2
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