US-Maschine wegen Bombenalarms nach Sydney zurückgekehrt

28. Juli 2004, 20:14
posten

An Bord des Jumbo-Jets mit Ziel Los Angeles sei ein Drohschreiben gefunden worden

Wegen eines Bombenalarms ist ein Jumbo-Jet der US-Fluggesellschaft United Airlines 90 Minuten nach dem Start in Sydney umgekehrt und zurückgeflogen. In der Nähe einer Toilette der Maschine, die nach Los Angeles fliegen sollte, sei ein Drohschreiben gefunden worden, sagte der australische Verkehrsminister John Anderson am Dienstag. Seinen Angaben zufolge wurde die Boeing 747 durchsucht, allerdings nichts Verdächtiges gefunden. Alle 246 Passagiere und 18 Besatzungsmitglieder konnten das Flugzeug verlassen.

Offen blieb zunächst, wer Urheber des Drohbriefs war, dessen Inhalt nach den Worten Andersons die Existenz einer Bombe an Bord möglich scheinen ließ. Nach der Entdeckung des Schreibens habe sich der Pilot aus Sicherheitsgründen zur Rückkehr entschlossen. Angaben des australischen Radiosenders 2GB zufolge wurde der Brief auf einem Spucksackerl verfasst und dann nahe der Toilette zurückgelassen.

Nach der Landung der Maschine in Sydney wurde der internationale Flughafen umgehend gesperrt, Kranken- und Feuerwehrwagen fuhren auf das Rollfeld. An den Zufahrtsstraßen zum Kingsford-Smith-Airport wurden Kontrollen eingerichtet, die nach der Durchsuchung des Flugzeuges allerdings wieder aufgehoben wurden. Der Betrieb auf dem Airport habe sich am Abend wieder normalisiert, hieß es.

"Sicherheit an erster Stelle"

"Wir gehen kein Risiko ein, Sicherheit steht an erster Stelle", sagte der Verkehrsminister weiter. Man nehme solche Dinge sehr ernst. Er vermute allerdings "einen der kranken Geister, mit denen wir manchmal zu tun haben", hinter der Tat, sagte Anderson.

Am Wochenende war auf einer Webseite eine Terrordrohung angeblicher islamischer Extremisten gegen Australien veröffentlich worden. Im Namen einer Gruppe "Islamischer Tawhid" wurden darin Anschläge in Australien und Italien angekündigt, sollten beide Länder ihre Truppen nicht aus dem Irak abziehen. Die Regierung in Canberra hatte daraufhin deutlich gemacht, dass sie sich solchen Drohungen keinesfalls beugen werde. Australien hatte sich mit rund 2.000 Soldaten an der Invasion des Irak beteiligt und hält in dem Land oder seiner Nähe derzeit noch rund 850 Mann stationiert. (APA/dpa)

Share if you care.