Schüssel: Südosteuropäische Staaten bis 2014 bei EU

29. Juli 2004, 11:45
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Zukunft der Region Thema des dritten Salzburger Treffens südosteuropäischer Premiers

Salzburg - Er halte einen Beitritt der südosteuropäischen Staaten zur Europäischen Union innerhalb der nächsten zehn Jahre für möglich. Das erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz anlässlich eines Treffens der Ministerpräsidenten von Albanien, Bulgarien, Mazedonien, Montenegro und Rumänien in Salzburg. "Der größte Erfolg ist, dass diese Region aus den Schlagzeilen geraten ist", sagte Schüssel. Ein Beitritt sei auch eine "faszinierende Perspektive für Österreich". Das Thema des Treffens stand unter dem Motto "Stabilität in Südosteuropa im 21. Jahrhundert".

Slowenien sei seit drei Monaten Mitglied der EU, Rumänien und Bulgarien würden in den nächsten zweieinhalb Jahren folgen. Kroatien werde noch in der kommenden Funktionsperiode beitreten, resümierte der Kanzler. Er hoffe, dass die übrigen Länder in der darauf folgenden Periode aufgenommen werden, meinte Schüssel. Wenn die Bedingungen stimmten, sei dies möglich.

Auch der Koordinator für den Südosteuropa-Stabilitätspakt, Erhard Busek, betonte, dass die "europäische Perspektive" für die südosteuropäischen Länder klar gegeben sei. Südosteuropa solle Vorrang bei der EU-Erweiterung haben, sagte Busek. Er sprach sich dagegen aus, eine Art Beitrittswettkampf zwischen den Ländern Südosteuropas und der Türkei zu entfachen. Das wäre "völlig falsch".

Unterstützung für einen EU-Beitritt der Türkei kam vom bulgarischen Ministerpräsidenten Simeon Sakskoburggotski und dem rumänischen Regierungschef Adrian Nastase. Die Türkei sei seit mehr als 50 Jahren Mitglied der NATO. Es sei nicht verständlich, wenn man nun sage, dass die Türkei nicht zu Europa gehöre, meinte Sakskoburggotski sinngemäß. Ähnlich argumentierte Nastase: Die Zusammenarbeit sei wichtig. Die südosteuropäischen Länder sollten der Europäischen Union beitreten können, wenn sie die dafür nötigen Standards und Kriterien erfüllen. Das sollte auch für die Türkei gelten.

Die designierte EU-Kommissarin, Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, hob hervor, dass es in Südosteuropa in den vergangenen Jahren viele Fortschritte gegeben habe. Noch immer sei aber auch viel zu tun. Die Außenministerin betonte, wie wichtig der Dialog sowie interregionale Kooperationen und Netzwerke seien. Die Erfolge sollten aber auch nach außen sichtbar gemacht werden, um Investoren anzuziehen. (APA)

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    Im Bild der Premierminister von Rumänien, Adrian Nastase, von Albanien, Fatos Nano, ein gut gelaunter Kanzler Schüssel und Bulgariens Premier Simeon Sachsen-Cobourg-Gotha, vorne von links.

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