Israel und USA testen Abwehrrakete unter echten Bedingungen

29. Juli 2004, 12:59
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Abschreckende Wirkung für Syrien und Iran beabsichtigt - Teheran warnt vor Angriff auf iranische Nuklearanlagen: "Israel wird von der Weltkarte verschwinden"

Jerusalem/Teheran/Washington - Israel und die Vereinigten Staaten wollen einem Fernsehbericht zufolge diese Woche erstmals unter echten Bedingungen die Abwehrrakete Hetz testen. Die Raketenabwehr-Rakete soll von der US-Westküste abgefeuert werden und eine Scud-Rakete abfangen, die über tausend Kilometer davon entfernt gezündet wird, wie das israelische Fernsehen am Montag berichtete.

Der Versuch werde eine abschreckende Wirkung auf Syrien und vor allem den Iran haben, der an einer Langstreckenrakete arbeite, hieß es in dem Bericht. Die Entwicklung der Hetz-Rakete, die auch als Arrow-Rakete (deutsch: Pfeil) bekannt ist, war vor Beginn des Irak-Kriegs im vergangenen Jahr beschleunigt worden, weil Israel Raketenangriffe aus dem Irak fürchtete. Die Kosten für die Abfangrakete teilt sich Israel mit den USA.

Teheran warnt Israel vor Angriff auf iranische Nuklearanlagen

Israel werde "von der Weltkarte verschwinden", sollte es versuchen, die iranischen Atomanlagen anzugreifen, heißt es in einer Erklärung der iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) vom Dienstag. "Die USA zeigen ihre Muskeln und drohen, ihren tollwütigen Hund (Israel) loszulassen", erklärte der Pasdaran-Kommandant Seyed Massud Jazayeri nach Angaben der Agentur ISNA in Teheran. Falls es zu einem Angriff kommen sollte, wäre die iranische Reaktion solcherart, dass Israel zu existieren aufhören würde, warnte er.

Israel soll über detaillierte Pläne zur Zerstörung iranischer Atomanlagen verfügen. Mit einem Lufteinsatz hatte Israel 1981 den mit französischer Hilfe errichteten irakischen Atomreaktor "Osirak" zerstört.

USA: Iranische Volks-Mujaheddin im Irak "geschützte Personen"

Die USA haben unterdessen den iranischen Volks-Mujaheddin im Irak den Status von "geschützten Personen" zugesprochen. Washington betrachte die 3800 Kämpfer der bewaffneten Exil-Opposition, die im Lager Ashraf 115 Kilometer nordöstlich von Bagdad festgehalten würden, aber weiterhin als Mitglieder einer "internationalen Terrororganisation", sagte der stellvertretende US-Außenamtssprecher Adam Ereli am Montag (Ortszeit) in Washington.

Der von den USA eingesetzte irakische provisorische "Regierungsrat" - der mittlerweile durch die Übergangsregierung von Premier Iyad Allawi ersetzt worden ist - hatte ursprünglich die Ausweisung aller Milizionäre und Parteifunktionäre der iranische Oppositionsbewegung verfügt. Im Vorjahr hatten die US-Truppen im Irak mit der von Massud Rajavi geleiteten Exilorganisation ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Die Volks-Mujaheddin stehen auf der Terrorliste der USA und der Europäischen Union. Ihr "Nationaler Widerstandsrat" war größtenteils von Saddam Hussein finanziert worden. (APA)

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