Irak plant keine einseitige Annäherung an Israel

28. Juli 2004, 11:07
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Allawi weist Medienberichte zurück

Beirut - Der irakische Ministerpräsident Iyad Allawi hat am Montag den in der arabischen Welt laut gewordenen Verdacht zu zerstreuen versucht, Bagdad wolle die Beziehungen zu Israel normalisieren. Allawi sagte bei einem Besuch in Beirut, die künftigen Beziehungen zu dem jüdischen Staat würden von zwei Faktoren bestimmt: internationalen Resolutionen und einem gerechten und umfassenden Frieden, der von arabischen Regierungen einschließlich der palästinensischen angenommen werde. Einseitige Schritte werde der Irak nicht unternehmen.

Zugleich wies Allawi Medienberichte als falsch zurück, wonach israelische Geheimdienstagenten aus dem Irak heraus agierten. "Der Irak und sein Territorium werden kein Stützpunkt für feindselige Aktionen gegen arabische Staaten sein", sagte Allawi. Medienberichten zufolge sollen Israelis in der nördlichen Kurdenregion des Iraks aktiv sein. US-Brigadegeneralin Janis Karpinski, der früher das Gefängnis Abu Ghraib unterstand, hat erklärt, sie habe Hinweise darauf, dass Israelis in einem anderen Gefängnis am Verhör irakischer Gefangener beteiligt gewesen seien. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Arabische Medien haben seit langem spekuliert, dass die USA mit ihrer Invasion im Irak einen Staat schwächen wollten, der als Bedrohung Israels betrachtet wurde. Der gestürzte Machthaber Saddam Hussein war ein lautstarker Gegner Israels und unterstützte militante palästinensische Gruppierungen. (APA/AP)

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