Für Khartum läuft die Zeit ab

27. Juli 2004, 19:44
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USA wollen Sudan-Resolution noch diese Woche - Pariser Außenminister Barnier besucht Krisenregion

New York - Die USA wollen ihren Resolutionsentwurf mit einer 30-Tage-Frist für den Sudan noch diese Woche im UNO-Sicherheitsrat durchdrücken. Das berichtete UNO-Sprecher Fred Eckhard am Montag. Der US-Text für die Resolution droht der Regierung in Khartum mit Sanktionen, sollte sie die marodierenden Reitermilizen in der Krisenprovinz Darfur nicht binnen 30 Tagen unter Kontrolle bringen. Derweil erwägt eine Expertenrunde des Sicherheitsrates, welche Strafmaßnahmen Khartum notfalls dazu zwingen könnten, die arabischen Reitermilizen zu entwaffnen und zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Janjaweed-Milizen haben in den vergangenen 15 Monaten nach UNO-Schätzung zwischen 30.000 und 50.000 Menschen in Darfur getötet und eine Million Menschen vertrieben.

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF wies ebenfalls in New York darauf hin, dass sudanesische Polizisten jetzt in Khartum trainiert werden, jungen Mädchen und Frauen nach sexuellen Gewaltverbrechen zu helfen. Menschenrechtsexperten hatten verschiedentlich aus Darfur berichtet, dass die Janjaweed und andere Milizen bei der Vertreibung der schwarzen Bevölkerung aus der Region auch Vergewaltigungen als Instrument der Gewalt

Pariser Außenminister Barnier besucht Krisenregion

Der französische Außenminister Michel Barnier wird am Dienstag (ab 17.00 Uhr) zu einem Kurzbesuch in Darfur erwartet. Der Pariser Chefdiplomat will im Gebiet El Fasher im Norden von Darfur unter anderem das Flüchtlingslager Abu Shuk aufsuchen. Am Montag hatten sich die EU-Außenminister für Sanktionen gegen die sudanesische Regierung ausgesprochen, falls Khartum nicht die Janjaweed entwaffnet und die Verantwortlichen für Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung vor Gericht stellt. (APA/dpa/AFP)

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