ELN-Rebellen entführen katholischen Bischof

28. Juli 2004, 06:45
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Präsident Uribe will Entführung mit Waffengewalt beenden

Bogota - Rebellen haben in Kolumbien einen Bischof entführt. Wie Kirchenvertreter am Montag mitteilten, wurde Misael Vacca, Bischof der Stadt Yopal im Nordosten des Landes, am Sonntag von bewaffneten Männern verschleppt, die sich als Mitglieder des Nationalen Befreiungsheeres (ELN) ausgaben. Sie wollten den Bischof in Kürze mit einer Botschaft an die Regierung wieder freilassen, sagte ein örtlicher Priester. Die kolumbianische Bischofskonferenz verurteilte am Montag die Entführung. Vacca habe sich sehr für den Frieden eingesetzt, sagte deren Generalsekretär Fabian Marulanda.

Uribe will Entführung mit Waffengewalt beenden

Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe ist indes offenbar entschlossen, die Entführung mit Waffengewalt zu beenden. Wie der Missionspressedienst "Misna" am Dienstag berichtete, hat Uribe Armee und Polizei angewiesen, den entführten Bischof zu befreien. Uribe erklärte nach einem Treffen mit den Oberbefehlshabern von Armee und Polizei, es gebe bereits einen Befreiungsplan.

In den kolumbianischen Medien wurde spekuliert, die ELN-Guerilleros wollten die Entführung mit einer politischen Erklärung an die Adresse der Regierung verbinden. Die etwa 4.000 Kämpfer umfassende Bewegung ELN sucht seit einigen Jahren eine Verständigung mit der Regierung in Bogota, um als politische Partei ins zivile Leben zurück zu finden. Die Verhandlungen wurden jedoch wiederholt abgebrochen. (APA/dpa)

Das ELN ist die kleinere von zwei linksgerichteten Guerillabewegungen, die seit Jahrzehnten den kolumbianischen Staat bekämpfen. Die Regierung von Präsident Alvaro Uribe hatte Anfang des Monats einen Waffenstillstand als ersten Schritt für Friedensverhandlungen angeboten, worauf die Gruppe aber bisher nicht eingegangen war.
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    Misael Vacca Ramirez, katholischer Bischof

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