"Sieg-Heil"-Homepage klärt Neonazis künftig über Holocaust auf

28. Juli 2004, 12:54
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Alle Internet-Anfragen auf "Shoa.de" umgeleitet

Frankfurt - Auf der symbolträchtigen Internetseite "Sieg-Heil.de" finden Neonazis statt rassistischer Propaganda künftig Aufklärungsmaterial über den Holocaust.

Die zentrale Vergabestelle für Internetseiten, Denic, habe auf Betreiben der Internetfahndung jugendschutz.net dem alten Seitenbetreiber gekündigt und leite seither alle Anfragen zur Bürgerinitiative "Shoa.de" um, sagte ein Sprecher der Fahnder am Montag. "Shoa.de" bietet Hintergrundmaterial zur antisemitischen Ideologie, zur Judenverfolgung unter den Nationalsozialisten und zum Judenmord in den Konzentrationslagern an. Auf der Seite "Sieg-Heil.de" waren nach Angaben von jugendschutz.net bis dahin rassistische Inhalte, rechte Diskussionsforen und Neonazi-Parolen zu finden gewesen. Jugendschutz.net in Mainz ist die länderübergreifende Stelle für Jugendschutz im Internet, die neonazistische oder Gewalt verherrlichende Seiten im virtuellen Raum aufspürt und deren Schließung betreibt.

Zugleich gelang den Internetfahndern ein weiterer Schlag gegen die Neonazi-Szene im Internet: Mit "Skadi.net" sei auf Betreiben von jugendschutz.net ein zentraler Anbieter von Neonazi-Internetadressen in den USA komplett gesperrt worden, sagte der Sprecher. "Skadi.net" habe Internet-Nutzer über eine so genannte Topliste auf die hundert wichtigsten neonazistischen Seiten weitergeleitet, unter anderem auf Homepages mit strafbarem Inhalt. Eines der größten Neonazi-Foren der europäischen Szene sei damit nicht mehr erreichbar. Auch etliche der bedeutendsten deutschen Kameradschaftsseiten und das für die rechte Szene wichtige Forum "Freier-Widerstand.net" könnten so nicht mehr aufgerufen werden. (APA/Reuters)

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