Küstenwache stoppt Schiff mit hundert Flüchtlingen

28. Juli 2004, 10:29
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Menschen auf 18 Meter langem Holzboot unterwegs

Rom - Die italienische Küstenwache hat nahe der Insel Lampedusa ein Boot mit rund 100 Afrikanern an Bord gestoppt. Bei den Afrikanern handle es sich um illegale Einwanderer, erklärte die Küstenwache. Ihr etwa 18 Meter langes Holzboot werde vermutlich nach Lampedusa geschleppt. Dort werden derzeit bereits weitere 79 Afrikaner von den Behörden überprüft, die am Sonntag versucht hatten, nach Italien zu gelangen.

Italien ist erstes Ziel vieler Afrikaner, die vor Armut und Gewalt in ihren Heimatländern fliehen. Später versuchen viele von ihnen, nach Nordeuropa weiter zu kommen. Allein in Libyen warteten zwei Millionen Menschen darauf, nach Italien überzusetzen, sagte der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu vergangene Woche im Parlament. In einem am Montag veröffentlichten Interview warnte Pisanu vor einer Welle von Einwanderern, die getrieben würden von der "unwiderstehlichen Kraft des Hungers und der Verzweiflung, die die Region südlich der Sahara und andere große Gebiete der Dritten Welt im Griff halten."

Erst vor wenigen Tagen war es zwischen der deutschen Hilfsorganisation Cap Anamur und den italienischen Behörden zum offenen Konflikt gekommen, als die Deutschen versuchten, 37 Afrikaner in Italien an Land zu bringen. Die italienische Polizei nahm Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel, den Kapitän und den ersten Offizier des Schiffes fest, nachdem sie ihre Landung in einem sizilianischen Hafen durchgesetzt hatten. Die meisten der Afrikaner an Bord der Cap Anamur wurden mittlerweile als illegale Einwanderer abgeschoben. (APA/Reuters)

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