Affäre bringt Eriksson in Bedrängnis

27. Juli 2004, 20:18
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Der Seitensprung mit einer Sekretärin könnte den englischen Fußball- Teamchef den Job kosten - auch Verbands­chef angepatzt

Wien - Der Umgang von Englands Teamchef Sven-Göran Eriksson mit einem Seitensprung könnte dem Schweden den Job kosten. Das schreiben übereinstimmend mehrere englische Zeitungen. Der englische Fußball-Verband (FA) musste am Sonntag einräumen, dass der 56-jährige Schwede ein sexuelles Verhältnis mit der 38-jährigen Sekretärin Faria Alam hatte. Peinlich, da die FA die gesamte letzte Woche damit zubrachte ebendieses zu dementieren und gar eine Klage gegen das Blatt "News of the World" erwog, welches über die Sache berichtet hatte. Außerdem kam heraus, dass davor auch FA-Vorsitzender Mark Palios eine Beziehung mit der Frau unterhielt.

Eriksson, der am 4. September zum Auftakt der WM-Qualifikation mit England auf Österreich trifft, war bereits mit einer Affäre mit der schwedischen Fernseh-Moderatorin Ulrika Jonsson in den Klatschspalten gelandet. Er ist seit längerer Zeit mit der italienischen Anwältin Nancy Dell'Olio liiert.

Einträglicher Vertrag

Nun soll geklärt werden, ob Eriksson seinen Arbeitgeber bewusst dumm sterben ließ. Eine Reihe von FA-Funktionären ist ohnehin nicht besonders gut auf den Teamchef zu sprechen, seit dieser in in der letzten Saison in Verhandlungen um den Chefsessel bei Chelsea involviert war. Erst im März unterschrieb Eriksson einen neuen Vertrag bei der FA, der ihm bis 2006 4 Mio Pfund jährlich einbringt. Laut einem Bericht in der "Sun" prüft der Verband bereits ein Ausstiegsszenario, in welchem Kompensationszahlungen an Eriksson vermeidbar wären. Auch mögliche Auswirkungen der Affäre auf Erikssons Performance während er Euro in Portugal werden diskutiert, da sie sich ausgerechnet während dieser Zeit abgespielt haben soll.

McLaren steht angeblich bereit

Ein Einspringer für Eriksson stünde laut "Sun" ebenfalls schon bereit: Middlesbrough-Manager Steve McClaren. Dieser war früher Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United und könnte den Job auch auf permanenter Basis bekommen, da er bis vor kurzem als Mitglied von Erikssons Betreuerteam beim Verband einen guten Eindruck hinterlassen hatte.

Unangenehm ist die Sache auch für FA-Chef Palios, der vor zwei Jahren mit dem Image des Saubermanns seinen Posten antrat. Er tönte, das Image des Fußballs zu verbessern zu wollen, nachdem in England eine Reihe von Sexskandalen offenbar geworden waren, in die Kicker involviert waren. (rob)

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    Steve McLaren (re) könnte seinem ehemaligen Chef Sven-Göran Eriksson nachfolgen.

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    Ebenfalls angeschlagen: Verbands-Chef Mark Palios.

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