Haban-Prozess: Verfahren vertagt

26. Juli 2004, 21:03
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Akt soll für die Geschworenen aufbereitet werden

Wien - Zu einer "endlosen Geschichte" scheint der Prozess um den so genannten Haban-Mord zu werden. Völlig überraschend wurde heute abend im Wiener Landesgericht neuerlich vertagt, nachdem sich Verteidiger Richard Soyer dagegen ausgesprochen hatte, den gesamten, 14 Bände umfassenden Akt als einvernehmlich verlesen gelten zu lassen.

Gerichtsakt wird "aussortiert"

Nach einer fast einstündigen Beratung über das weitere Vorgehen entschlossen sich die drei Berufsrichter, das Verfahren gegen Massimiliano F. auf den 8. September zu vertagen. Bis dahin soll der Gerichtsakt "aussortiert" werden. Wie Richter Peter Liebetreu erklärte, dürfen den Geschworenen für ihre Beratung über die Schuldfrage nur jene Aktenteile ausgehändigt werden, die bisher verlesen worden sind. Jene, gegen deren Verlesung sich die Verteidigung explizit bzw. in Form von Beweisanträgen gewandt hatte, müssen ausgegliedert werden. Der Oberste Gerichtshof verlange in seiner Rechtsprechung, dass ganz genau nachvollziehbar sein muss, was die Geschworenen an Unterlagen zur Verfügung gehabt haben, so der Richter.

Neuer Termin 8. September

Der Prozess gegen Massimiliano F., der am 9. Mai 1998 an einem missglückten Überfall auf den Haban am Wiener Graben beteiligt gewesen sein soll, bei dem der Geschäftsführer Siegfried Goluch erschossen wurde, war am 19. März eröffnet worden. Seither gab es neun Verhandlungstage. Ein Laienrichter bewies Galgenhumor, als er den nächsten Termin erfuhr: "8. September? Aha. Heuer oder im nächsten Jahr?" (APA)

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