Indonesien: Präsidentenwahlen werden erst in Stichwahl entschieden

29. Juli 2004, 14:09
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Susilo führt mit 33,57 Prozent - Amtierende Präsidentin Megawati erreicht 26,6 Prozent - Stichwahl im September - Zuvor Bombenanschlag auf Wahlkommission

Jakarta - Das künftige indonesische Staatsoberhaupt wird am 20. September in einer Stichwahl zwischen der amtierenden Staatschefin Megawati Sukarnoputri und dem früheren Sicherheitsminister Susilo Bambang Yudhoyono bestimmt. Alle fünf Kandidaten verfehlten nach Angaben der staatlichen Wahlkommission vom Montag im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Susilo erzielte mit 33,6 Prozent der insgesamt 118,6 Millionen gültigen Stimmen das beste Ergebnis, gefolgt von Megawati, die auf 26,6 Prozent kam.

Der wegen Menschenrechtsverletzungen in Osttimor angeklagte, frühere Armeechef Wiranto erhielt 22,2 Prozent der Stimmen. Damit scheidet er als Kandidat bei der ersten direkten Präsidentenwahl aus.

Vorwürfe

Umfragen vor dem ersten Wahlgang am 5. Juli hatten den früheren General Susilo noch deutlicher vor Megawati und den anderen drei Mitbewerbern gesehen. Er hatte vor allem durch sein staatsmännisches Auftreten und ein detailliertes Wirtschaftsprogramm Sympathien unter den Wählern im nach der Bevölkerungszahl viertgrößten Land der Erde gewinnen können.

Megawati war hingegen vorgeworfen worden, die Bedürfnisse der Wirtschaft sowie die Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit vernachlässigt zu haben. Die Tochter von Republikgründer Sukarno war im Sommer 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger Abdurrahman Wahid wegen Unfähigkeit aus dem Amt gedrängt worden war. Ihre Demokratische Partei des Kampfes (PDI-P) hatte bei der Parlamentswahl im April eine herbe Schlappe einstecken müssen. Susilos eigens für die Präsidentschaftswahl gegründete Demokratische Partei kam dagegen bei der Abstimmung aus dem Stand auf mehr als 7 Prozent.

Die Verkündigung des Wahlergebnisses war durch die Explosion eines kleinen Sprengsatzes im Gebäude der Wahlkommission verzögert worden. Dabei war niemand verletzt worden. (APA/dpa)

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    Die Polizei riegelte das Gelände ab.

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